Ein Kastler geblieben

Seine Geschwister, angeführt von seinem Bruder Max (Dritter von rechts), brachten Pater Georg Kirchberger (rechts) die liturgischen Gegenstände für die Gabenbereitung. Bilder: stg

Es war, als wäre die Zeit stillgestanden. 40 Jahre nach seiner Weihe feierte Pater Georg Kirchberger in Kastl Priesterjubiläum (wir berichteten). Wie damals waren auch am Sonntag die ganze Gemeinde und einige Kurskollegen des 68-Jährigen dabei.

Kastl. (stg) Vor dem Gottesdienst holte eine große Delegation Pater Georg am Haus seines Bruders Max ab. In den Kirchenzug hatten sich neben dem liturgischen Personal um Ortspfarrer Armin Maierhofer, die kirchlichen und weltlichen Vereine samt Fahnenabordnungen, Vertreter der kirchlichen Gremien, zahlreiche Bürger sowie Mitglieder des Gemeinderates mit Bürgermeister Josef Etterer und Stellvertreter Arno Stahl an der Spitze eingereiht.

Neben der großen Verwandtschaft des Ordensmanns der Steyler Missionare erwarteten auch die Zelebranten der Messe den Kirchenzug: Dies waren neben dem Ortspfarrer und dem Jubilar Präses Pater Martin Neuhauser aus St. Peter in Tirschenreuth, Pater Georgs Kurskollege Otmar Auinger, der bei der Primiz vor 40 Jahren ebenfalls dabei war, sowie der aus Indonesien stammende und im Priesterseminar St. Augustin lehrende Pater Polykarp Ulin Agan. Als Diakon assistierte am Altar Josef Sukup, ebenfalls ein Kurskollege Pater Georgs, der später allerdings nicht den priesterlichen Weg eingeschlagen hatte.

Im Hof des Anwesens hatten viele fleißige Hände einen Blumenteppich gelegt, auf dem der Spruch geschrieben war, den Pater Georg bei seiner Priesterweihe vor 40 Jahren gewählt hatte: "Betet für uns, damit das Wort des Herrn sich ausbreitet und verherrlicht wird." Im langen Kirchenzug ging es dann zur Pfarrkirche, vorbei an festlich geschmückten Häuserfassaden und einem weiteren Blumenteppich. Vor der Pforte des Gotteshauses erfolgte die Begrüßung nach alter indonesischer Tradition.

Von Pfarrei geprägt

Pater Georg, der seit 40 Jahren auf der indonesischen Insel Flores als Missionar, genauer gesagt als Lehrender im Priesterseminar St. Paul in Ledalero, wirkt, freute sich, dass so viele Menschen der Einladung zum Gottesdienst gefolgt waren. Als Ministranten waren übrigens auch jene dabei, die 1975 bei der Primizfeier am Altar dienten. Pater Georg betonte, dass er in Kastl in den Glauben hineingewachsen sei. Der Ort und die Pfarrei hätten ihn geprägt. "Ich merke und freue mich, dass ich immer noch dazugehöre."

Die musikalische Gestaltung der Messe teilten sich der Chor der Pfarrgemeinde und die Steyler Musikapostel. Dadurch flossen viele Eindrücke der indonesischen Kultur mit ein. Die liturgischen Gegenstände für die Gabenbereitung brachten die fünf Geschwister Pater Georgs zum Altar.

Klagemauer für Studenten

In seiner Predigt lenkte Pater Polykarp Ulin Agan den Blick auch auf das bisherige Wirken seines Ordensbruders. "Generationen von jungen Missionaren hat er nicht nur unterrichtet, sondern auch geprägt. Einige seiner Schüler sind sogar Bischöfe geworden", berichtete der Prediger. "Pater Kirch", wie er in Flores achtungsvoll genannt werde, habe einmal selbst seine Aufgabe definiert - nämlich den Jungen eine Stütze zu sein, sie zu ermutigen und anzuregen. Überliefert sei die Einschätzung eines Provinzials, wonach Pater Georg so etwas "wie eine Klagemauer" sei, an der sich die Studenten leichter aussprechen und ihren Ärger oder Kummer vom Herzen reden könnten als bei ihren Landsleuten.

An den Gottesdienst schloss sich erneut ein festlicher Zug an, der dieses Mal zur weltlichen Feier ins Schützenhaus führte (Bericht folgt).
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