Ein klassisches Kartoffelgericht
Dodsch und Dodschschobbl

Was heutzutage auf Festen und meist auch zu Hause zubereitet wird, sind Dàdscherler. Doch ein richtiger Dodsch aus der Räiern schmeckt unvergleichlich besser. Bild: NT-Archiv
Auf dem Gebiet der Nahrung ist der nordbairische Dialekt besonders reich an ausdrucksstarken, bildhaften Bezeichnungen. Dies trifft vor allem für Kartoffelgerichte zu, die in früheren Zeiten aufgrund der ausgeprägten landwirtschaftlichen Struktur der Bevölkerung zu den elementaren Bestandteilen der Hauptmahlzeiten gehörten. Einer der "Klassiker" unter ihnen ist der Dodsch. Dieses Wort leitet sich - laut Ludwig Zehetner (Basst scho!, Band 3) - von dem Zeitwort dädschn in der Bedeutung "(etwas Weiches) niederdrücken" ab und gibt einen Hinweis auf die Flachheit dieser Speise.

Zubereitet wird sie aus rohen geriebenen Kartoffeln (im Dialekt: Erpfl), die ausgedrückt und gesalzen sowie mit einem Ei verfeinert werden. Diese Masse wird dünn in einer mit Fett (Schmolz) eingestrichenen sowie im Backrohr (Räiern) des (Holz-)Ofens stark erhitzten Bratreine (Räin) verteilt und so lange gebacken, bis sich eine knusprige Rinde bildet. Verzehrt wird der Dodsch in geschnittener oder gerissener Form. Eine andere Zubereitungsvariante sind Dàdscherler, die als kleine Einzelstücke in einer Pfanne gebacken werden.

Ein ähnliches Gericht sind die sogenannten Dodschschobbl, die ebenfalls aus rohen Kartoffeln unter Zugabe eines Eies und Salz hergestellt werden. Jedoch ist ihr Aussehen anders: Mit einem Esslöffel werden nämlich Nocken geformt und in eine Bratreine bzw. Pfanne mit heißem Fett gelegt. Wenn sich beim Backen ein brauner Rand abzeichnet, wird Eiermilch hinzugefügt, bis das Ganze gestockt ist. Neben dieser Art der Zubereitung gibt es auch noch andere. Im Zusammenhang mit dem Ausdruck Dodsch für eine Speise sollte der Verweis auf eine völlig andere Bedeutung des Wortes nicht fehlen, nämlich "dicke, plumpe, ungeschickte, ungebildete männliche Person". Das weibliche Pendant ist Dodschn. Etwas weniger negativ klingt die Verkleinerungsform Dodscherl. Das entsprechende Eigenschaftswort ist dodschert, beispielsweise in der Wendung "dodschert daherkumma". (slu)

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Die Serie im Internet:

http://www.oberpfalznetz.de/dialekt
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