Ein königliches Vergnügen

Die Nachbarn wollen König Ludwig (Günter Seibold) die Hornissen aus der Nase ziehen. Von links: Vinzenz (Jürgen Renner), Ignatz (Tobias Koch) und Franz (Hans-Jürgen Pirner) in Aktion. Bild: wku

"Einmal König Ludwig sein", so lautete der Titel des ländlichen Lustspieles von Fred Bosch, dass das Königsteiner Bauerntheater am Samstag zum ersten Mal aufführte. Das Ganze in nahezu fürstlichem Ambiente.

Regisseur Günter Seibold begrüßte die Gäste unter freiem Himmel, darunter auch einige Zuschauer, die bereits seit 35 Jahren Stammgäste sind. Vor dem Hauptakt gab die Theaterjugend zwei Stücke zum Besten: Den ersten Sketch "Im Wirtshaus" hatte Günter Seibold selbst geschrieben. Marius Köller, Ben Luber und Jannik Renner spielten darin drei überzeugte Stammtischbrüder. Im Einakter "Beim Arzt" konnte Amelie Seibold die Ärztin Carina Neubauer nicht so recht von ihrer Krankheit überzeugen.

Alois "spinnt"

Nun wurde es ernst, beziehungsweise theatralisch-lustig. Im Stück "Einmal König Ludwig sein" träumte Bauer Alois Daxlwanger (Günter Seibold) von einem Urlaub, der aber für ihn unbezahlbar ist. Da kam ihm ein Zeitungsbericht in die Hände, in dem stand, dass in Hannesreuth die Verwandtschaft eines Verstorbenen wochenlang einen Brunnen ausgegraben hat, weil in diesem angeblich Geld versteckt war. Darauf beschloss Alois ein bisserl zu "spinnen" und König Ludwig zu sein, da er als König selbst keine Arbeit verrichten müsse.

Im weißen Bademantel, Wadlschonern und einem weiß-blauen Bayerntuch auf dem Kopf spielte Günter Seibold hoheitsvoll den König und brachte damit seine Frau Burgl (Simone Zirnbauer) zur Weißglut. Die Zuschauer jedoch lachten Tränen. Der "König" wollte Schloss Linderhof abreißen. Im Geiste entwarf er stattdessen einen neuen Schlossbau in Königstein mit Blick über den Schelmbachweiher bis hin zum Ossinger. Weil es ja in Namsreuth keinen Golfplatz mehr gibt, plante er auch gleich einen Golfplatz in seinem Schlosspark mit 29 Löchern. Um dem Ganzen noch die Krone aufzusetzen, sang Seibold aus voller Brust: "Love me tender" .

Der Vroni (Lisa Nübler), einer passionierten Ratschn, vertraute er an, dass er sein Vermögen in Bündeln in seinem Acker vergraben habe. Die Nachbarn Franz (Hans-Jürgen Pirner), Ignatz (Tobias Koch) und Vinzenz mit seiner Frau Rosina (Linda Hirsch) erklärten sich bereit, die Felder zu bestellen, weil sie Geld witterten. Sie erklärten dies mit ihrer Nächstenliebe zu Alois. Was dann gefunden wurde, war eine große Überraschung. Als die Felder bestellt waren, beschloss Alois wieder normal zu werden. Mehr wird nicht verraten.

Der ehemalige Pfarrgarten war der ideale Platz für die Freiluftaufführung. Eine Szene spielte sogar neben der Bühne: Vor dem alten Pfarrhaus sah das Publikum, wie die drei Nachbarn mit Hacken und Pickeln im Acker gruben. Auch kulinarisch wurden im steinernen Stadel bayerische Schmankerln angeboten, darunter passend zum Theaterstück ein "König-Ludwig Stamperl".

Weitere Vorstellungen

Weitere Theateraufführungen sind am Samstag, 20. Juni, und am Sonntag, 21. Juni, um 19 Uhr. Reservierungen unter 09665/328 oder 305.
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