Ein Mitbegründer der Jumelage
Nachruf

Leinhof. Früher belieferte er als freier Mitarbeiter die Sulzbach-Rosenberger Zeitung mit Berichten aus dem Birgland: Jetzt muss sie die Nachricht verbreiten, dass Hans Strobl verstorben ist. Das Urgestein aus Leinhof, bekannt als Preissel-Bauer, wurde 91 Jahre alt.

Geboren am 20. August 1923 in Hermannsdorf, damals Gemeinde Angfeld, verbrachte Hans Strobl dort seine Kindheit und Jugend. Richtungsweisend für seine spätere Berufswahl war der Besuch der Landwirtschaftsschule in Amberg von 1940 bis 1942. Nach deren Abschluss zog ihn die Luftwaffe ein, zu der er sich freiwillig gemeldet hatte. Im Sommer 1948 kehrte er aus der sowjetischen Gefangenschaft heim.

Zunächst fand Hans Strobl Arbeit beim Forstamt Sulzbach-Rosenberg. 1952 heiratete er die Witwe Franziska Müller und wurde Bauer auf dem Preissel-Anwesen in Leinhof. Mit Energie und Geschick baute er den Betrieb aus.

In der Gemeinde- und Landkreispolitik, in Vereinen und Organisationen übernahm Hans Strobl Verantwortung. So gehörte er dem Kreistag des Landkreises Sulzbach-Rosenberg drei Perioden lang an, bekleidete zwölf Jahre das Amt des 2. Bürgermeisters und stärkte den Gemeinderat von 1960 bis 1984.

Als Kommandant führte er die Feuerwehr Schwend. Hans Strobl war Gründungsmitglied des ASV Schwend und der Jumelage mit der französischen Partnerstadt Maintenon. Gerade die Aussöhnung mit ehemaligen Kriegsgegnern war ihm ein Anliegen.

Im Jahr 1978 verstarb plötzlich seine Franziska, die ihm neben zwei Stiefkindern vier leibliche Kinder geschenkt hatte. Zwei Jahre später übergab Hans Strobl den Preissel-Hof an seinen Stiefsohn Rudi Müller und dessen Frau Anne-Rose. Er verheiratete sich mit seiner zweiten Frau Martha, mit der er bis zu ihrem Tod 2013 gemeinsam lebte.
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