Ein Nest für die Kleinsten

Viel Raum für Kreativität und Bewegung bietet die neue Krippe. Am Vormittag werden hier 15 Kinder betreut.

Eva Weidner und ihr Team ließen angesichts des finanziellen Korsetts, das beim Bau der Kinderkrippe geschnürt worden war, ihren Ideenreichtum spielen. Was daraus entstanden ist, kann nach der Segnung der neuen Räumlichkeiten am Samstag besichtigt werden.

Wernberg-Köblitz. (cv) "Kinderwagenparkhaus", Eingang und Toll-Bereich, Gruppen- und Essraum, Kreativ- und Puppenspielzimmer, Waschraum mit kleiner Plansch- und Duschzone, Mini-Toiletten und Wickelbereich, Schlafzone: Auf rund 150 Quadratmetern ist ein schönes Nest für die ein- bis dreijährigen Kinder entstanden.

Die Räume sind zum Großteil im Bestand der Kindertagesstätte St. Josef integriert. Lediglich der Schlaf- und Sanitärbereich wurden in einem Holzanbau untergebracht. Damit war der staatliche Förderrahmen ausgeschöpft. Die Küchenzeile und die "Brotzeitecke" wurden deshalb kurzerhand in den Gruppenraum eingebaut.

Die Gesamtkosten liegen bei 227 105 Euro. Mit der Umsetzung des Projektes beauftragte die Kirchenverwaltung Architekt Rudolf Meißner (Waldthurn). Etwa 15 000 Euro hatte das Kindergartenpersonal für die nicht fest eingebauten Möbel und Spielmöglichkeiten zur Verfügung. Da wurde eben improvisiert, mal bei einem Tisch, dem man kurzerhand die Beine etwas absägte. Doch am Tisch halten sich die Kinder - außer zum essen - wenig auf.

Bewegung wird groß geschrieben. Im Gruppenraum gibt es sogar eine Rutsche. Zum Spielen lädt im Sommer ebenso der abgetrennte Gartenbereich ein. Vorausschauend war auch die Personalplanung. Krippen werden gebaut, doch das Fachpersonal ist Mangelware. Eva Weidner - 25 Jahre Leiterin - macht eine Zusatzausbildung zur Krippenpädagogin, um als "Springer" auszuhelfen. Betreut werden die Krippenkinder von den Krippenpädagoginnen Simone Schatz, Claudia Eckl, Sabine Helgert, Martina Beimler-Koch und Birgit Nowak.

Noch freie Kapazitäten

Kirche und Kommune haben auf den steigenden Bedarf an Krippenplätzen reagiert. Das ursprüngliche Konzept sah vor, im Wernberger Kindergarten St. Anna die Krippe anzugliedern, im Unterköblitzer Kindergarten St. Josef - neben der Schule - den Hort. Auf lange Sicht wäre St. Josef dann wohl "ausgeblutet", wechseln Krippenkinder später kaum in eine andere Kita. Außerdem war in St. Anna das Platzangebot beengt, St. Josef hatte freie Kapazitäten. Mit dem Bau in St. Josef wurde Ende August 2014 begonnen. Die Krippe war Ende November fertig. 18 Kinder werden hier versorgt. 15 sind es vormittags. Drei davon bleiben ganztags. Zusammen mit ihnen werden in der Nachmittagsgruppe insgesamt sechs Kinder betreut.

In der Marktgemeinde gibt es nun drei Kinderkrippen: zwei in St. Anna und eine in St. Josef. Der Krippenplatz kostet für fünf Stunden 79 Euro im Monat. Die Elternbeiträge können natürlich nur einen minimalen Teil der Bau- und Unterhaltskosten decken. Das Defizit trägt zu 100 Prozent die Gemeinde.
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