Ein neues Kapitel aufschlagen

Nicht mehr der Hit: Die Bücherei St. Anna ist sanierungsbedürftig. Etwa 15000 Euro müssen dafür in die Hand genommen werden. Bild: Völkl

Wernberg-Köblitz hat nun doch nicht das Los einer büchereilosen Gemeinde: Im Marktrat kristallisierte sich der Tenor heraus, "die Bücherei St. Anna nicht eingehen zu lassen", so Bürgermeister Georg Butz.

Wernberg-Köblitz. (cv) Definitiv ist, dass ein neues Kapitel "Bücherei" aufgeschlagen wird. Doch Kirchenverwaltung und Marktgemeinde haben es nun mit einem Konzept zu füllen.

Es sah nicht rosig aus: Die katholische Bücherei "St. Josef" in Unterköblitz ist bereits seit geraumer Zeit aufgelöst und die Bücherei "St. Anna" in Wernberg strotzt ebenfalls nicht gerade vor Attraktivität. Eine Auffrischung der Räumlichkeiten und wohl auch des Bestandes ist unumgänglich. Sinn macht dies nur, wenn auch die Betreuung durch Ehrenamtliche gewährleistet ist. Doch die "Seele der Bücherei", Annemarie Hierl, hatte nach über 30 Jahren ihren Rückzug angekündigt. Neue Verstärkung war anfangs nicht in Sicht. Soll man zusperren? Lässt sich die Gemeinde mit ins Boot holen?

Bereitschaft signalisiert

Das Thema "Bücherei" war vor kurzem erneut Thema im nichtöffentlichen Teil einer Marktratssitzung, hat sich doch hinter den Kulissen einiges zum Positiven bewegt. Das wichtigste: Vier Frauen haben ihre Bereitschaft signalisiert, in der Bücherei ehrenamtlich mitzuarbeiten. Maria Weinfurtner, Andrea Wittke, Martina Schlagenhaufer und Margit Widder würden die Bücherei betreuen. Annemarie Hierl hat zudem zugesagt, übergangsmäßig noch einige Monate im neuen Team mitzuarbeiten. Für sie und ihren Mann war die Bücherei eine Herzensangelegenheit.

Der Markt steht grundsätzlich einer Mitwirkung an der Bücherei positiv gegenüber, doch zwei zentrale Punkte sind noch zu klären: Die Frage der Trägerschaft und die Kostenaufteilung.

Laut Bürgermeister wird man rund 15 000 Euro in die Hand nehmen müssen. Geplant ist, die Bücherei um den bisherigen Abstellraum am Eingang zu vergrößern. Die Regale der aufgelösten Bücherei St. Josef könnten verwendet und um neue ergänzt werden. "Annemarie Hierl hat schon Vorschläge gemacht", betont Bürgermeister Georg Butz. Eine Lese- und Zeitschriftenecke wäre angedacht, die Renovierung der Räume und eine entsprechende PC-Ausstattung, um den Bestand zu erfassen.

Gemeinsam abklären

In der Diskussion sind allerdings noch die Aufteilung der Kosten und die Trägerschaft. Pfarrer Markus Ertl hat bereits die Kirchenverwaltung über den Stand der Dinge informiert. Es sei positiv aufgenommen worden, dass die Bücherei eine Zukunft habe. Ertl will sich nun mit dem Bürgermeister in Verbindung setzen, um die finanzielle Aufteilung und das Thema Trägerschaft zu besprechen.

Wenn das Thema in trockenen Tüchern ist, könnte die Maßnahme im nächsten halben Jahr über die Bühne gehen, so die zeitliche Einschätzung von Bürgermeister Georg Butz.
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