Ein Ort der Begegnung

"Ein schönes Fleckerl Erde ist es geworden", sagt zweiter Bürgermeister Roland Hörl. Der Tremmersdorfer und mit ihm alle anderen Einwohner der Ortschaft sowie der gesamten Gemeinde Speinshart freuen sich über die gelungene Sanierung der guten Stube des Dorfes. Am morgigen Sonntag wird das Areal bei einem Festgottesdienst mit Segnung offiziell der öffentlichen Nutzung übergeben. Bild: do

Tremmersdorf feiert: Die historische Ortsmitte gleicht einem Schmuckkästchen. Nach zweijährigen Sanierungsarbeiten präsentiert sich die gute Stube des Dorfes einladend wie nie zuvor.

Einwohner und Gemeinde haben das Förderinstrument der Dorferneuerung genutzt, um die Ortschaft in drei Bauabschnitten zeitgemäß neu zu gestalten - ganz der etwas ungewöhnlichen und dennoch gewohnt erfolgreichen Überlegung folgend: "Geld homa zwar koins, drum mach ma glei wos Gscheits."

In Versammlungen und Seminaren diskutierten die findigen Einwohner über den besten Weg zum schönsten Ergebnis. In einem intensiven Dialog, an dem auch Gemeinderat, Planer und Direktion für Ländliche Entwicklung beteiligt waren, einigte man sich Anfang 2012 darauf, Nägel mit Köpfen zu machen.

Auf der Grundlage der Vorschläge und Wünsche der Einwohner entstand ein Konzept für den Bereich zwischen Kirche und Staatsstraße, Kreisstraße und Gaststätte Vetter, das nach der Besichtigung von vergleichbaren Ortszentren das grundsätzliche Wohlgefallen der Tremmersdorfer fand. Mit dem Ziel, den Kirchplatz als Ort der Begegnung zu planen, entwickelte Architekt Michael Dittmann eine transparente Platzgestaltung vor der Kirche St. Peter und Paul. Ein Parkplatz-Charakter sollte vermieden werden.

Die neue Gesamtansicht trägt der gewünschten Mehrfachfunktion Rechnung. Bürgermeister Albert Nickl spricht von einer erheblichen Attraktivitätssteigerung. Variantenreich ist das Grünflächenkonzept, gediegen wirken die zehn Zentimeter dicken Granitplatten aus dem Bayerischen Wald, die verlegt wurden. Die Anlieger profitierten mit einer neuen Betonstein-Pflasterung der privaten Parkflächen. Überhaupt war das Entgegenkommen der Anwohner lobenswert, betont der Bürgermeister. Er begrüßt das Entgegenkommen, bei Veranstaltungen ruhenden Verkehr auf Privatgrundstücken zu dulden.

Zum Projekt gehörten neben der umfassenden Neugestaltung von Grünzone, Parkplatz- und Ruhebereich ein neues Buswartehäuschen aus Stahl und Glas, eine Teilerneuerung der Wasserleitung durch den Wasserzweckverband Seitenthaler Gruppe und das Herausheben des Marterls vor dem Anwesen Gmelch. Informationstafeln für Gemeindenachrichten und den künftigen Themenweg sind ebenso neu wie die Kirchplatz-Beleuchtung.

Bei so viel Engagement wollte das Staatliche Bauamt Amberg-Sulzbach nicht abseits stehen: Es veranlasste eine Anpassung der Ortsdurchfahrt der Staatsstraße und deren Teilsanierung bis zur Creußenbrücke. Bürgermeister Albert Nickl rechnet mit Gesamtkosten von zirka 300 000 Euro. Die Katholische Kirchenstiftung nutzte die Neugestaltung des Kirchenvorplatzes zur Renovierung der Wehrmauer. In diese eingelassen ist eine Granitplatte zur Erinnerung an die in den beiden Weltkriegen gefallenen Einwohner der früheren Gemeinde Tremmersdorf.

Schon zuvor waren zusammen mit der Feuerwehr der Traum einer Gemeinschaftshalle als Kommunikationszentrum verwirklicht und die Ortsdurchfahrt der Kreisstraße verkehrssicherer gestaltet worden.
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