Ein Riese im Tor

Knapp zwei Meter hoch - und mit ausgestreckten Armen mindestens genauso breit, dazu die Erfahrung aus vielen Jahren Profihandball. Der 38-Jährige Andreas Bayerschmidt (im Bild rechts) ist der "alte Hase", den der SV 08 Auerbach als Ergänzung für die "jungen Wilden" Lars Goebel und Valentin Kroher suchte. Bild: Zink

Mit dem Profisport ist Schluss, doch vom Handball hat Andreas Bayerschmidt noch lange nicht genug. Der 38-Jährige wechselt vom Bundesliga-Absteiger HC Erlangen zum Drittliga-Aufsteiger SV 08 Auerbach. Dort will er seinen jungen Kollegen "gehörig Feuer unter dem Allerwertesten machen."

Es ist der Königstransfer des Bayernligameisters SV 08 Auerbach: Der 38-Jährige Andreas Bayerschmidt vom HC Erlangen bildet zusammen mit dem zweiten Tormann-Neuzugang Lars Goebel (ebenfalls vom HC Erlangen/20) und Valentin Kroher (17) aus der eigenen Jugend in der kommenden Saison das Trio zwischen den Pfosten.

Alter Bekannter

Der 1,96-Meter-Hüne hatte Ende Mai seinen Rücktritt vom Profihandball erklärt, schloss aber schon damals nicht aus, "dass ich woanders noch einmal im Tor stehen werde". Der Erlanger trug von 1983 bis 2001 das Trikot der HG Erlangen, spielte von 2001 bis 2005 in Aue und danach bis Ende der vergangenen Saison für den HC Erlangen. Ebenso wie Lars Goebel, sein ehemaliger und künftiger Konkurrent zwischen den Pfosten. "Lars kenne ich schon einige Jahre aus unendlich vielen Trainingseinheiten. Zudem haben wir nach meinem Kreuzbandriss im Jahr 2013 bereits kurzzeitig ein gutes Gespann in der zweiten Mannschaft des HC gebildet", sagt Bayerschmidt, der seinen Torhüterkollegen "so viel Feuer unter dem Allerwertesten" machen möchte, "dass ich eigentlich nicht benötigt werde".

Ein Wechsel zu einem anderen Bundesligisten kam für Bayerschmidt nicht in Betracht. "Daran hatte ich kein Interesse, da ich mich mit meiner Familie nicht räumlich verändern wollte", sagt der 38-Jährige, der künftig verstärkt ins Berufsleben als Zahntechniker, Fachinformatiker für Systemintegration und Projektmanager zurückkehren möchte.

Gemeinsame Zeiten

Der Kontakt zum SV 08 Auerbach kam über Trainer Tobias Wannenmacher zustande, den Bayerschmidt aus gemeinsamen Erlanger Zeiten noch gut kennt. "Darüber hinaus kenne ich nur einzelne Spieler, die in den letzten Jahren von Erlangen nach Auerbach gewechselt sind." Sportlich erhofft sich Bayerschmidt in Auerbach und der 3. Liga "natürlich Erfolg", persönlich "Spaß mit dem neuen Team und dem Auerbacher Publikum". Eine Prognose für die anstehende Saison fällt ihm allerdings relativ schwer: "Grundsätzlich sollte das Ziel der Klassenerhalt sein. Auch ohne die kommenden Gegner im Detail zu kennen, weiß ich aus der Erfahrung, dass es als etablierte Mannschaft immer schwer ist, gegen ambitionierte Aufsteiger zu spielen - als solchen sehe ich den SV 08."

Mit der Verpflichtung des erfahrenen Torhüters hat Manager Peter Hackenberg die größte Baustelle erledigt. Die Kaderplanungen sind beim Drittliga-Aufsteiger damit "fast abgeschlossen", sagt Hackenberg.
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