Ein schöner Erfolg wurde eine Sitzweil, bei der mit Liedern, Gedichten und Geschichten der goldene Oktober gefeiert wurde. Die Stubenmusik und die Sängerinnen des Heimatvereins Birgland ließen diesen Monat hochleben. Ihnen zur Seite standen die Salleröder Boum und Heimatpfleger Josef Schmaußer.
St. Wendelin - Herbst dahin

Die musikalische Umrahmung übernahmen die Birgländer Sängerinnen und die Stubenmusik sowie die Salleröder Boum (hinten, von links): Lisa Brzoza, Janina Gradl, Petra Delert-Wanitschek, Petra Deyerl, Rudi Zdarsky und Herbert Brzoza; vorn (von links): Simon und Stefan Schmidt sowie Josef Schmaußer. Bild: schß
(schß) Auch das Singen und das Tanzen kamen nicht zu kurz, nachdem Organisator Herbert Brzoza den Abend im Gasthaus Benedikt Michl in Oberleinsiedl eröffnet hatte.

Nach ersten Musikstücken erinnerte Josef Schmaußer aus Hohenkemnath mit zwei Klassikern von Herbstgedichten, "Herbstbild" von Friedrich Hebbel und "Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland" von Theodor Fontane, daran, dass seit Jahrhunderten die goldenen Oktobertage die Dichter zu wunderbaren Zeilen inspiriert hätten.

Die Tage seien schon deutlich kürzer als noch vor einem Monat, und die Nächte würden langsam kühl. Das alles seien deutliche Zeichen, dass der Herbst Einzug gehalten habe. Der Heimatpfleger der Gemeinde Ursensollen erzählte viel Interessantes und Hintergründiges über das Brauchtum in der Herbstzeit und ließ auch viele eigene Erinnerungen einfließen.

In der Kindheit hätten die Dorfkinder bei allen Erntearbeiten mithelfen müssen. "Der Kirwabär va Hooch" erinnerte an einen Gast aus einem Nachbardorf, der "plötzlich" als Kirwabär durch Haag getrieben wurde.

Die musikalische Umrahmung übernahmen die Birgländer Sängerinnen und Stubenmusik unter der Leitung von Lisa und Herbert Brzoza sowie die Salleröder Boum mit Simon und Stefan Schmidt. Josef Schmaußer hat viele neue Geschichten aus dem Alltagsleben geschrieben. Der tragisch-komische "Erste Unfall in Inselsberg", "Is Poln schou hoamg'foahrn?", "Irrt a di?", eine Szene mit dem alten Wirt in Reusch oder das Spiel mit Verhältniswörtern in dem Mundartgedicht "Wou hin?" erfreuten die zahlreichen Gäste. Wetter- und Bauernregeln rundeten die Wortbeiträge ab: "Um St. Wendelin (20. Oktober) geht der schöne Herbst dahin"; "Fällt im Oktober das Laub sehr schnell, ist der Winter schnell zur Stell'"; "Wenn's St. Severin (23. Oktober) gefällt, bringt er mit die erste Kält'".
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