Ein "Six Pack" im Märchenwald

Stehende Ovationen in der Aula des Gymnasiums für drei Stunden a capella und Märchenshow vom Feinsten: Die Gemeinde Speinshart hatte bei ihrem Benefizkonzert anlässlich ihres Beitritts zur Musikschule Vierstädtedreieck mit der Formation "Six Pack" einen Glücksgriff gelandet.

Das sechsköpfige Stimmkünstler-Ensemble lieferte eine glänzende Vorstellung und ein Dauerfeuer an Unterhaltung ab. Das homogene Zusammenspiel der doch so verschiedenen Akteure ließ ein komödiantisches A-capella-Konzert ganz eigenen Gepräges entstehen. Höchste stimmliche Qualitäten und gekonnte Rhythmen wurden gepaart mit unterhaltsamer Comedy, Kostümvielfalt sowie einer mimik- und gestikreichen Show und hinterlegt mit Wortwitz und teils hintersinnigem Humor. Nicht zuletzt bei den Zugaben lief die Gruppe zur Hochform auf. Die Besucher aus allen Altersgruppen amüsierten sich prächtig.

Skurrile Gestalten

Das Ganze spielte in einem Märchenwald. Mit von der Partie waren skurrile Gestalten wie der "König Pilsner von der Bitburg" (Lars Kienle), der Prinz (Chris Strobler), die Prinzessin (Johannes Betz), die "befriedigende" - "für 'gut' hatte es nicht gereicht" - Fee (Andy Sack), das Böse (Markus Burucker) und der Zwerg (Bernd Esser). Sie alle waren auf der Flucht vor der "doofen Gretel", die die Macht an sich gerissen und jede Art von Musik gänzlich verboten hatte. Auf der Suche nach dem sagenumwobenen, erlösenden "Dancing King" zauberten die Sänger die ganz großen Stars mit ihren ganz großen Hits auf die Bühne - beginnend mit Adele's Superhit "Rolling in the Deep".

Man hätte fast vergessen können, dass nicht die Originale, sondern "Six Pack" auf der Bühne stand. Die Formation, jeder für sich ein Stimmkünstler, stand Robbie Williams, Paolo Conte, Sting, der Spider Murphy Gang und vielen anderen in nichts nach.

Einen Hit nach dem anderen feuerte die A-capella-Gruppe ab: "Octopus", "Kisses for me", "Dancing Queen", "Via con me" und "She's the One", Boney-M.-Medley, "Fields of Gold" oder die "Schickeria" erklangen, um nur einige zu nennen.

"Sächselnde Paola"

Insbesondere Bernd Esser avancierte zum Publikumsliebling: Er, der nicht nur in beeindruckenden Höhen singen kann, setzte dem Abend das Sahnehäubchen auf. Sein komödiantisches Talent löste langanhaltende Lachsalven und Beifallsstürme aus - etwa beim spanischen Volkslied "Hijo de la luna", gleich zu Beginn bei Marilyn Monroes "I wanna be loved by you" und bei seinem Auftritt als "sächselnde Paola", die von ihren Erlebnissen am "Blü Bajü" ("Blue Bayou") erzählte.

Tosender Applaus war am Ende der Lohn für eine grandiose Leistung. Für die Ovationen der Besucher bedankten sich die sechs Musiker wiederum mit drei Zugaben.
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