Ein Star unter den Pädagogen

Prof. Dr. Reinhold Ortner ist einer der führenden deutschsprachigen Pädagogen. Er hat lange Jahre seines Lebens in Michelfeld verbracht, wo der Vater, Josef Ortner, 1938 bis 1966 Schulleiter war. Beide, Vater und Sohn, haben viele heimatkundliche Artikel verfasst und in Zeitungen veröffentlicht.

85 Jahre alt wurde dieser Tage Prof. Dr. Reinhold Ortner, der mittlerweile in Memmelsdorf (Landkreis Bamberg) wohnt. Den größten Teil seines erfüllten Lebens ist er eng mit Michelfeld und mit den Menschen der Region heimatverbunden. Heimatkundler Rudolf Weber blätterte für unsere Zeitung in der Geschichte.

Als Sohn des Lehrers Josef Ortner und seiner Ehefrau Betty (Barbara) kam der Jubilar am 26. November 1930 am Arbeitsplatz des Vaters, im Schulhaus von Neukirchen zu St. Christoph im Norden des Oberpfälzer Waldes, zur Welt.

Schule, Kinder und Unterricht prägten von seiner Geburt an das Leben Reinholds mit. Sie beeinflussten ganz offensichtlich das Denken, Erleben und Handeln des zukünftigen Lehrers und Professors. Dessen Pädagogik, sein Umgang mit Schülern und Studenten, sowie seine pädagogisch-psychologischen Hilfen für Kinder und Jugendliche in den zahlreichen Veröffentlichungen geben beredtes Zeugnis davon. Dabei basiert das gesamte Tun und Handeln, das Lehren und Schreiben, auf seiner tiefen inneren Religiosität.

Reinhold Ortner ist seit 1958 mit Arngard (geborene Glier), die 1946 als Heimatvertriebene aus Rumburg (Nordböhmen) nach Auerbach gekommen war, verheiratet. Das Ehepaar Ortner hat fünf Kinder, sechs Enkelkinder und fünf Urenkel.

Kindheit und Jugendzeit

In Michelfeld, wo der Vater Josef Ortner 1938 bis 1966 Schulleiter war, besuchte Reinhold die Schule, war Ministrant, Organist und Chorleiter in der Asamkirche St. Johannes der Evangelist. Zwei Jahre war er auch Lehrer an der Michelfelder Schule, die sich gleich links neben der Kirche befand, und in der Familie Ortner lange Jahre wohnte.

Beruflicher Werdegang

Gern denkt Reinhold Ortner an seine Zeit in Michelfeld zurück. Seine Liebe zu diesem Ort und seinen Bewohnern äußerte sich in zahlreichen heimatkundlichen Beiträgen in den örtlichen Zeitungen. Unvergessen ist sicher auch seine Festrede "850 Jahre Michelfeld" am 11. Mai 1969 im Klosterhof. Ein unübersehbares Zeichen der Verbundenheit mit Michelfeld steht im Garten der Familie Ortner in Memmelsdorf. In künstlerischer Form eindrucksvoll verarbeitet ist dort das riesige alte Zifferblatt der Turmuhr der Asamkirche aufgestellt, das ihm der frühere Pfarrer Johann Müller (1947 bis 1976 in Michelfeld; gestorben 1981) geschenkt hat.

Nach dem Abitur am Neuen Gymnasium Bamberg 1950 studierte Reinhold Ortner in München Philosophie, Pädagogik und Psychologie, und absolvierte in Amberg die damalige Lehrerbildungsanstalt. Dort legte er 1954 die erste Staatsprüfung für das Lehramt an Volksschulen und die Kirchenmusikprüfung ab. An verschiedenen Orten, unter anderem in Kürmreuth, war er danach im Einsatz und machte die 2. Lehramtsprüfung.

Bald setzte der junge Pädagoge seine Studien an der Universität Würzburg fort, wo er 1959 das Diplom in Psychologie erwarb. Dort promovierte er 1963 auch zum Dr. phil. . Seine Dissertation hatte das Thema "Problematik der Motivation bei der Berufswahl 13- bis 14-Jähriger".

Nach weiterer Tätigkeit als Lehrer in Michelfeld wurde Dr. Ortner 1964 an die damalige Pädagogische Hochschule Bamberg berufen. Dort wirkte er zunächst als Studiendirektor im Fach "Grundschulpädagogik". 1972 erhielt er den Ruf als Professor auf den neu geschaffenen "Lehrstuhl für Pädagogik der Grundschule" an der heutigen Otto-Friedrich-Universität Bamberg.

Nach 27 Jahren Lehre und Forschung als Lehrstuhlinhaber wurde Prof. Dr. Reinhold Ortner 1999 emeritiert. Im Ruhestand lehrt er seit 2000 an der privaten Gustav-Siewerth-Akademie im südlichen Schwarzwald. Dort ist er Dekan der philosophischen Fakultät, und hält Vorlesungen und Seminare, etwa für Studierende aus Deutschland, Österreich, China und Russland.

Viele Veröffentlichungen

Dr. Ortner hat bis heute mehr als 1000 vorwiegend pädagogisch-psychologische und christlich-religiös fundierte Veröffentlichungen herausgebracht, darunter 45 wissenschaftliche Bücher und Broschüren. Dazu kommen Zeitungs- und Zeitschriftenbeiträge mit zum Teil beachtlichen Auflagen in Deutschland, Österreich, Italien, Südtirol, Schweiz und Vaduz. Am bekanntesten und erfolgreichsten ist sein Buch "Verhaltens- und Lernschwierigkeiten", das bereits in der 8. Auflage und mittlerweile auch in digitaler Form erhältlich ist.

Ein Fazit seiner Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen beschreibt Reinhold Ortner so: "Das A und O des Lebens und der Erziehung von Kindern ist die wahre Liebe. Allerdings begegne ich immer wieder Menschen, die vor lauter Liebe den Verstand verloren haben. Aber häufiger sind heute jene Menschen, die vor lauter Verstand die Liebe verloren haben."
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