Ein Team mit guter Bindung

Eine Paradestaffel des WSV aus früheren Zeiten: Bei der Jubiläumsfeier wird der Blick auf 50 Jahre Vereinsgeschichte gelegt. Repro: aub

"Zwoa Brettl und a g'führiger Schnee" begeisterten Mitte der 1920er auch die ersten Nabburger. Doch es sollte noch bis 1965 dauern, um mit einem eigenen Wintersportverein ins Rennen zu gehen - damals, vor 50 Jahren im Gasthof "Weisses Lamm".

Nabburg. Es war wohl Notar Dr. Paul Bauer, bekannt durch zwei Himalaya-Expeditionen, der 1926/27 den Skilauf auch hier populär machte. Den "ersten Pionieren" folgten 1934/35 die "Skibande" und kurz darauf eine dritte Generation. Geübt wurde anfangs am "Weißgarber" oder "Gießübl" und später am Fahrenberg - bis zur Zwangsabgabe der Skier 1942/43 als "Heimatspende" an die Wehrmacht.

Zunächst Schönsee

An Schnee mangelte es seinerzeit nicht, jedoch an Liften. Als der erste 1964 am Lindauer Hang bei Schönsee errichtet wurde, hob der Nabburger Dr. Werner Hein zusammen mit Dr. Bernhard Haberl und weiteren Ski-Freunden spontan den Wintersportverein Schönsee aus der Taufe. Dem damaligen Nabburger Landrat Hans Werner schwebte jedoch eine ortsnähere Anlage vor und so forcierte er alle Mühen, die Grundlagen dafür zu realisieren: Am 17. Dezember 1965 spaltete sich der "Wintersportverein Nabburg" mit 32 Gründungsmitgliedern von Schönsee ab und in Kemnath am Buchberg fand sich auch ein dafür geeignetes Areal. Unterstützt vom Pionierzug des BGS entstand dort 1966/67 die damals "beste alpine Liftanlage der Oberpfalz".

Bürgermeister Alois Kraus ebnete anfangs der 1970er Jahre den "langen Weg" hinaus zum "Skilift im Naherholungsgebiet" westlich Nabburgs. Parallel dazu etablierte der WSV mit dem Skibezirk Oberpfalz den 11. Skigau im Bayerischen Dachverband.

Viele Titel

Schon früh begann man mit Anfängerkursen und "Trockentraining", sprich "Skigymnastik" in der Turnhalle und bot Tourenfahrten an. Belohnt wurden die Anstrengungen durch zahlreiche Meistertitel in den Alpin- oder Nordisch-Disziplinen. Legendär sind die Spitzenplätze von Christa Ziegler und Oliver Hein.

Teamgeist mit "guter Bindung" bewiesen die Mitglieder ab 1984: In den Bau einer eigenen Ski-Hütte flossen über Jahre nebst zahlreicher Spenden vor allem freiwillige Arbeitsstunden, eine Menge Eigenleistung und Idealismus. Längst haben nicht mehr alle der etwa 700 Mitglieder darin Platz, wohl aber unter dem Dach des Vereins mit "Laufen", "Walken" und "Mountainbike" einige neue, sehr erfolgreich etablierte Sparten.

Mit seinem Vorstand Dr. Werner Hein 1965 am Start und aktuell Wolfgang Kühn unter dem 50-Jahre-Jubiläumsbanner kann der Wintersportverein an diesem Wochenende in der kleinen Nordgauhalle auf einen Berg von Geschichte und Geschichten zurückblicken und beim Zieleinlauf feststellen: "Es war eine gute Zeit!"
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