Ein Waldbesitzer hatte vor 18 Jahren auf bestem Boden etwa 1,3 Hektar kahl geschlagen. Seitdem kämpft der Mann gegen Ausfälle aller Art. Das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten sah sich deswegen im Forstrevier Kastl genauer um.
Kahlschlag am besten vermeiden

Auf Einladung des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten ließen sich 15 Teilnehmer erklären, wie schwer es ist, eine kahlgeschlagene Fläche wieder zu bewalden. An dieser Stelle war vor 18 Jahren Tabula rasa gemacht worden. Bild: hfz
Utzenhofen. Konkurrenzvegetation, Wildverbiss, Mäuse und Frostschäden - bei Oberfeld (Gemarkung Utzenhofen) sahen die 15 Teilnehmer des Ortstermins, wie schwer es ist, wieder Wald auf einer Kahlfläche entstehen zu lassen. Dreimal Ausgrasen sei pro Jahr nötig gewesen. Unerwartete Hilfe habe der Waldbesitzer auf einigen Teilflächen nach einiger Zeit von sich selbst ansamenden Aspen, Birken und Salweiden bekommen.

Die Teilnehmer erfuhren, wie effektiv der (Halb-)Schatten Brombeeren oder Brennnessel zurückhält und den Mäusen den für ihr Wohlbefinden notwendigen Grasfilz ausdunkelt. Dieser "Vorwald" dämpfe zudem die Klimaextreme wie Spätfröste oder sommerliche Dürre und schaffe eine fruchtbare Humusschicht.

Förster Michael Bartl erklärte, dass einige wenige Baumarten wie Aspe, Birke und Vogelbeere unempfindlich gegen Mäuse, Spätfröste und Unkraut seien und auch gezielt - sogar mit staatlicher Förderung - vorangebaut werden können, um die eigentlichen Zielbäume, wie in diesem Fall Weißtanne, darunter zu schieben. Sie zeigten unter diesem Schirm mindestens 20 Zentimeter lange Triebe.

Je nach Lichtbedarf der Zielbaum-arten werde in den Folgejahren der Vorwald vorsichtig aufgelichtet. Da junge Birken und Aspen schnell wachsen, könne dieses Holz bereits als Brennholz oder Hackschnitzel gewinnbringend verwertet werden. Ziel jedoch sei es, Kahlschläge überhaupt erst zu vermeiden. Wenn jedoch der Borkenkäfer oder ein Sturm einem keine andere Wahl lassen, sei ein Vorwald aus Aspe oder Birke eine Möglichkeit, auf den betroffenen Flächen wieder Wald entstehen zu lassen.
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