Einander zur Seite stehen

Es gibt eine Grauzone zwischen Fit und Pflegestufe I. Alleinstehende in dieser Situation werden leicht als verwahrlost abgestempelt.

Nachhaltig widmet sich Elisabeth Gottsche der kommunalen Seniorenpolitik - und das mit immer neuen Ideen. Für das nächste Jahr hat sie die Gründung eines Vereins "Gegenseitige Hilfe" vorbereitet.

Die Jahresabschlusssitzung des Stadtrats bot Gottsche Gelegenheit, ihre Tätigkeiten und Anstrengungen im Jahr 2014 darzulegen. Neben der Teilnahme an fünf Fachtagungen berichtete die Seniorenbeauftragte vom Mitwirken in der Lenkungsgruppe "Integriertes Stadtentwicklungskonzept". Im Zeichen des demografischen Wandels hielt sie ein seniorenpolitisches Gesamtkonzept für unverzichtbar.

Gottsche warnte vor den Risiken einer "Grauzone zwischen Fit und Pflegestufe I". Sie spreche dabei aus beruflicher Erfahrung und beklagte, dass Alleinstehende in dieser Lebenssituation leicht als "verwahrlost abgestempelt" werden.

Ein großes Anliegen ist ihr die Barrierefreiheit, für die es "oft nur große Worte" gebe. In diesem Zusammenhang maß sie der Nachbarschaftshilfe einen hohen Stellenwert bei und sprach sich dafür aus, diese Art der Hilfe gemeinsam im Städtedreieck zu verwirklichen - im Verein "Gegenseitige Hilfe", der im Februar 2015 gegründet werden soll.

Die Seniorenbeauftragte zeigte sich zuversichtlich, dass ihr Anliegen in die Tat umgesetzt werden könne, und verwies auf mehrere Gespräche. Dass mit dem Verein kein Neuland betreten werde, bewiesen die in Bayern bereits tätigen "acht geförderten Vereine". Wichtige Erfahrungen versprach sie sich von Kronach, wo der Verein nach dem Vorbild Baden-Württemberg tätig sei.

Gemeinsam mit den weiteren Seniorenbeauftragten des Stadtrats, Klaus Lehl und Udo Müller, ist Elisabeth Gottsche Ansprechpartner für ältere Mitbürger und deren Angehörige. Das Trio versucht, in Krisensituationen zu helfen und an geeignete Ämter und Institutionen zu vermitteln.

Seit September sind im Seniorenbüro der Verwaltungsgemeinschaft (Sozialversicherungsbüro neben Einwohnermeldeamt) monatliche Sprechstunden angesetzt. Gottsche bedauerte, dass dieses Angebot bisher noch nicht angenommen wurde. Der nächste Termin ist heute von 16 bis 17 Uhr.
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