Eine Bleibe im Bezzelhaus?

Die Nutzung des Kinderheimes "Bezzelhaus" als Asylbewerberunterkunft ist in Trausnitz ein großes Thema. Die Gemeinde trägt sich mit dem Gedanken, dass Gebäude anzukaufen, um Spekulationen zu unterbinden. Bild: bnr

Georg Klug erhoffte sich von Landrat Thomas Ebeling eine Aussage zu den Gerüchten, dass in Trausnitz künftig Asylbewerber eine neue Bleibe finden sollen. Hintergrund ist das zum Verkauf stehende Kinderheim Bezzelhaus, das sich für solche Zwecke eignen könnte.

Trausnitz. (bnr) An die Bürgerversammlung im "Landhaus" Pröls (wir berichteten) schloss sich eine rege Diskussion an, in der Landrat Thomas Ebeling und Bürgermeister Martin Schwandner Stellung zu den Fragen der Bürger nahmen. Der Landrat stellte zum Thema Asylbewerberunterkunft klar, das bisher noch keine konkreten Pläne vorlägen. Der Landkreis Schwandorf beherbergt zur Zeit 1400 Asylsuchende. Vor dem Winter sollten alle Personen in festen Unterkünften untergebracht sein. Der Landkreis achtet darauf, dass kleine Gemeinden nicht überfordert werden. "Zwei bis drei Familien würde auch Trausnitz verkraften", stellte der Landrat klar.

Für Kommune interessant

Der Kauf des Kinderheimes "Bezzelhaus" ist auch für Kommune von Interesse. Das Gebäude grenzt unmittelbar an die Jugendherberge, die sich im Besitz der Gemeinde befindet. Außerdem will die Gemeinde Spekulanten einen Riegel vorschieben, um eine außergewöhnliche Nutzung zu unterbinden. "Die unmittelbare Nähe zur Jugendherberge ist immer mit Vorsicht zu bewerten und man will Ärger aus dem Weg gehen", so der Bürgermeister. Eine Entscheidung über einen Ankauf durch die Gemeinde ist noch nicht gefallen.

Ein weiteres Thema war der Breitbandausbau in der Gemeinde. Georg Blöth befürchtet einen Nachteil für die Ortschaft Atzenhof, da diese beim Anschluss noch nicht berücksichtigt ist.

Bürgermeister Schwandner konnte den Fragesteller beruhigen. Entscheidend ist der Abstand zum nächsten Kabelverzweiger und der steht im Falle von Atzenhof ganz in der Nähe. Im zweiten Ausbauschritt wird auch Atzenhof mit Glasfaserkabel versorgt. Genau Information zum ganzen Thema wird eine Versammlung ergeben, die demnächst stattfinden wird.

"Brauchen Einnahmen"

Die Ungerechtigkeit im kommunalen Abgabengesetz prangerte Josef Schwandner an. Im Falle der Friedrichstraße müssen wenige Anlieger eine große Summe aufbringen, während andere Bürger aufgrund ihrer Gebäudelage nie herangezogen werden. Dem stimmte auch der Landrat zu. Das gültige Gesetz wurde im Landtag beraten, eine Änderung ist aber unwahrscheinlich. "Die Gemeinden brauchen diese Einnahmen", unterstrich der Landrat. Josef Schwandner war zudem irritiert vom Verhalten des Kaminkehrermeisters bei der letzten Feuerschau.

Feuerstellen, die seit Jahrzehnten ohne Mängel benützt worden sind, gelten plötzlich als nicht mehr zulässig. "Wer gibt einem Kaminkehrer eine solche Macht, dass er in unverständlicher Weise Familien in Schwierigkeiten bringt?", fragte sich Josef Schwandner. In diesem Fall gelten die gesetzlichen Bestimmungen, nach denen sich auch der Kaminkehrer zu richten habe.
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