Eine der besten Spürnasen Deutschlands

Die sechsjährige Australian-Shepherd-Hündin "Franzi" hat mit Martin Schnupfhagn von der Rettungshund-Ortungstechnik Roggenstein bewiesen, dass sie zu den 30 besten Hunden in Deutschland zählt, um vermisste Personen aufzuspüren. Bild: dob

Die sechsjährige Australian-Shepherd-Hündin "Franzi" gehört zu den besten Rettungshunden Deutschlands. Denn sie hat die höchste Ausbildungsstufe bei der Suche nach vermissten Personen erreicht.

Für Martin Schnupfhagn, Sprecher der Rettungshund-Ortungstechnik Roggenstein (RHOT), ist "Franzi" ein vierbeiniger Held mit einer besonders guten Spürnase. "Sie gehört zu den 30 Hunden, die deutschlandweit die höchste Ausbildungsstufe erreicht haben", ist das Herrchen stolz. Im badenwürttembergischen Buchen im Odenwald hatte Schnupfhagn mit der Hündin erfolgreich die vom Deutschen Feuerwehrverband ausgerichtete Fläche-3-Prüfung absolviert - nach den höchsten nationalen und internationalen Richtlinien.

Nach der Truppmannausbildung bei der Feuerwehr und einem Erste-Hilfe-Kurs "Mensch und Tier" stand im Frühjahr für das Team die Fläche-2-Prüfung an. "Erst danach kann die Anmeldung für die höchste Ausbildungsstufe vorgenommen werden", informiert Schnupfhagn. Für diese hohen Anforderungen müssen nicht nur Mensch und Tier bestens vorbereitet sein, es müssen auch optimale Bedingungen am Prüfungstag herrschen. Um überhaupt so einen hohen Standard zu erreichen, opferte der Hundebesitzer viele Stunden Freizeit und übte mit Truppmann Christian Pahlitzsch lange auf diesen Termin hin.

Unwetter in Orkanstärke

Am Prüfungstag wurde ein Unwetter in Orkanstärke angenommen, das sich über einer Anlage austobte, auf der Freizeitsportler Urlaub machten. Nach diesem Szenario vermissten die Touristen einige Kameraden und setzten den Notruf ab. Die Feuerwehr Buchen als Veranstalter bat um die Mittagszeit einige RHOT-Einheiten zur Hilfe, darunter auch Schnupfhagn mit seiner "Franzi".

Schnelligkeit und trotzdem Ruhe bewahren sind das Wichtigste für den Hundeführer nach der Alarmierung. Es bleibt meist wenig Zeit, das Nötigste im Fahrzeug zu verstauen und loszufahren. "Der prasselnde Regen machte die Prüfungseinheit sehr realistisch", berichtet Schnupfhagn. Natürlich wurde dadurch die Anforderung an die Hunde noch um einiges erhöht, denn alle in der Feuchtigkeit aufsteigenden Gerüche musste "Franzi" genau einordnen. Auf einem 70.000 Quadratmeter umfassenden Suchgebiet zeigte sie eine großartige Leistung. Zwei Beurteiler begleiteten die Mensch-Hund-Teams, die in drei Gruppen unterwegs waren, auf Schritt und Tritt.

Akustische und optische Einflüsse erfordern akribische Arbeit. Die Anforderungen für den Einsatz bei solchen Katastrophen sind für Mensch und Tier enorm. Oberster Auftrag für das Spezialisten-Team ist, die Vermissten zu finden. Ganz egal, ob unwegsames Gelände oder dichte Bewaldung. Nach gut einer Stunde Sucharbeit und einer weiteren Stunde für wichtige Vorbereitungen legte Schnupfhagn mit seiner Hündin eine zweistündige Pause ein.

Riesige Freude

Danach musste Schnupfhagn erneut eine rund sechs Kilometer lange Wegstrecke absuchen. Allerdings wurde dem Team nie die Zahl der Vermissten genannt. Zur Orientierung durfte der Hundeführer ein GPS-Gerät und Straßenkarten einsetzen. Erst als alle Teilnehmer nach der über 27 Stunden andauernden Prüfung wieder am Ausgangsort zurück waren, erfuhr Schnupfhagn von seinem Erfolg der bestandenen Prüfung. Über die R H 3-Einsatzplakette freute er sich riesig. Das wochenlange Training wurde damit belohnt.

Bei der Abschlussbesprechung bewertete der Gesamtleiter Andreas Quint, Vorsitzender des Arbeitskreises Rettungshunde und Ortungstechnik des Deutschen Feuerwehrverbands, die Leistungen der Rettungshundeführer als überdurchschnittlich beziehungsweise sehr gut. Spätestens nach drei Jahren muss das erfolgreiche Team die Prüfung wiederholen oder die Auszeichnung wieder zurückgeben. Nur so könne der hohe Anspruch in diesem verantwortungsvollen ehrenamtlichen Job aufrecht erhalten werden.

Hundebesitzer können sich der Gruppe anschließen. Allerdings macht Schnupfhagn sofort klar: "Die Arbeit mit Rettungshunden ist sehr zeitintensiv und anstrengend, aber sie macht auch ganz viel Spaß."
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