Eine Kunstgalerie auf Zeit

Künstler und Studenten füllen die verwaisten Schaufenster und machen sie mit ihren Werken zum Blickfang. Zu sehen sind auch die Werke der Malerin Jana Vacková. Bild: hfz

Aus der Not machen Künstler eine Tugend. In Kooperation mit der Leerstandsoffensive gestalten sie verwaiste Schaufenster zum "Kulturtempel" um, zur Kunstgalerie auf Zeit.

Schönsee. (eib) Das Centrum Bavaria Bohemia (CeBB) ist immer für Ideen gut: Vom 4. November bis Ende des Jahres wird Kunst in vier leerstehenden Schaufenstern in Schönsee präsentiert. Mit Unterstützung des Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds (DTZF) und in Kooperation mit der Leerstandsoffensive geht das CeBB bei seinem Projekt "Kultur ohne Grenzen - Begegnung Bayern-Böhmen 2014" neue Wege in der grenzüberschreitenden Präsentation. Nicht das CeBB ist Ausstellungsort, sondern vier seit Jahren leerstehende Schaufenster in der Hauptstraße und der Vorstadt von Schönsee werden sich bis Ende des Jahres in Kunstgalerien auf Zeit verwandeln.

Start am Dienstag

Am kommenden Dienstag, 4. November, startet um 17 Uhr die Kunstaktion vor dem früheren Feierfeil-Laden in der Vorstadt. Die Straßenvernissage, zu der die Öffentlichkeit eingeladen ist, findet im einstigen Geschäft der Familie Gradl in der Hauptstraße 40 mit kleiner Bewirtung durch die Stadt ihren Abschluss. Dazwischen wird beim früheren Werkstattladen der Familie Bayer und an den Schaufenstern des Geschäfts der Familie Geist Halt gemacht. An jeder Station gibt es Informationen zu den Künstlern und ihren Werken, die in den leeren Schaufenstern präsentiert werden.

Das CeBB fand bei der Umsetzung des Projekts engagierte Unterstützung bei der Stadt Schönsee und beim Büro "urban management systems GmbH" (u.m.s.) in Leipzig, das die Leerstandsoffensive der zwölf Gemeinden im Brückenland Bayern-Böhmen seit Jahren berät und in der Projektumsetzung begleitet.

Im Vorbeigehen

Unter den Leerstandsobjekten in der Region befinden sich viele aufgegebene Läden, die mit ihren ausgeräumten Auslagen zeigen, wie sehr sich das Geschäftsleben verändert hat. Die Nutzung von Leerständen für Kunstpräsentationen auf Zeit ist für u.m.s. natürlich nicht die Lösung für die Leerstandsproblematik, doch ein Schritt der Veränderung, der im nächsten Jahr nach Meinung der Bürgermeister auf der Regionalkonferenz in der vergangenen Woche in Friedrichshäng auch in anderen Gemeinden im Brückenland Bayern - Böhmen Fuß fassen soll.

Eintreten ist nicht notwendig. Die Kunstwerke sind im November und Dezember im Vorbeigehen in den vier, mit einem großen pinkfarbenen K markierten, ehemaligen Läden zu sehen, ob auf dem Weg zum Einkaufen oder beim abendlichen Spaziergang. Nach Einbruch der Dunkelheit werden die Kunstschaufenster bis 21 Uhr beleuchtet, um die Bilder ins rechte Licht zu rücken. Dank des Entgegenkommens der vier Hausbesitzer und der Künstler aus der Region Pilsen und aus Schönsee war es David Veres als verantwortlichem Projektleiter im CeBB-Team möglich, in kurzer Zeit die Auswahl der Schaufenster und der Kunstwerke zu treffen, damit sich die Innenstadt von Schönsee in eine vierteilige, begehbare und öffentliche Kunstgalerie verwandeln kann.
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