Eine missliche Lage

Als heuer ein Unwetterregen heftigsten Ausmaßes über Dürnsricht hereinbrach, soffen Anwesen teilweise bis zur Oberkante des Kellers ab. Ein Jahrhundertereignis? Kann sein. Doch es gibt Kanalprobleme in der Ortschaft. Ihre Behebung würde 1,1 Millionen Euro kosten.

Fensterbach. (hou) Die Gemeinde Fensterbach kommt, wenn man so will, am finanziellen Krückstock daher. Sie muss zusehen, dass sie den Neubau eines Leichenhauses im Ortsteil Wolfring schultert, kann sich andere Ausgaben in gleicher Höhe nicht leisten. Und ausgerechnet in dieser misslichen Lage kommt nun etwas daher, das - wie Bürgermeister Hans Schrott dem Gemeinderat schilderte - "zwischenzeitlich einen ganzen Aktenordner füllt." Es sind Korrespondenzen mit Hochwassergeschädigten und Versicherungen.

Fakt ist: Das Kanalproblem in Dürnsricht ist längst erkannt. Doch Abhilfe konnte bisher mangels Finanzausstattung nicht geschaffen werden. Nun aber wird es so akut, dass zwingend etwas getan werden muss. Zumindest teilweise. Woher aber soll die Gemeinde auch nur für diesen Teilbereich das Geld nehmen? Die Räte diskutierten lange. Es ging um den Kanal unter der Schmidgadener Straße und damit um einen Betrag von rund 200 000 Euro. Darin wären das Ingenieurhonorar und ein Gehweg, der mit entstehen soll, eingeschlossen. "Wir haben in diesem Bereich ein weiteres Baugebiet und sollten danach trachten, die elf vorhandenen Bauplätze zu verkaufen", empfahl Gemeinderat Uli Bauriedl. Damit könnte man dringend benötigte Gelder einnehmen.

Die optimale Lösung sei das wohl nicht, wurde Bauriedl entgegen gehalten. Denn auch dieses neue Areal müsse kanalmäßig erschlossen werden. Außerdem: "Wir haben beim Haushalt festgelegt, dass wir uns in Richtung Kanal nichts leisten können", argumentierte Gemeinderat Franz Ziegelmeier und fügte hinzu: "In Freihöls gibt es seit sieben Jahren ein ähnliches Problem." Das aber ändert nichts an der Dürnsrichter Dringlichkeit, die fatal enden könnte für die Gemeinde. Die Versicherungen könnten sagen: "Ihr habt das gewusst." Von daher meinte Verwaltungsleiter Peter Fleißner: "Es muss eine Minimallösung im Zuge eines Gesamtskonzepts gemacht werden." Unterdessen habe es ein Gespräch mit dem Ingenieurbüro gegeben.

Die Fragen häuften sich. Wie finanzieren? Muss womöglich der Bau eines Leichenhauses am Wolfringer Friedhof auf die lange Bank geschoben werden? Wenn nötig, so Bürgermeister Schrott, müssten eben Fremdmittel aufgenommen werden. Nicht lange danach wurde abgestimmt. Der Gemeinderat sprach sich ohne Gegenvotum für den Abschluss eines Ingenieursvertrags für die Neukanalisierung entlang der Schmidgadener Straße aus. Wo das Geld dafür herkommt, wird die Zukunft zeigen müssen.

Thema "Leichenhaus in Wolfring": In der Sitzung hätte an sich der überarbeitete Architektenplan begutachtet und verabschiedet werden sollen. Doch das unterblieb. Man habe die Architektin in den letzten Tagen nicht erreicht, berichtete Verwaltungsleiter Fleißner. Deswegen wurde der Tagesordnungspunkt abgesetzt. Womit sich die nun schon Monate andauernde Planungs- und Baugeschichte weiter hinzieht.
Weitere Beiträge zu den Themen: Hochwasser (3437)Oktober 2014 (9309)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.