Eine rechte Hand des Papstes

Einblicke in die verantwortungsvolle Arbeit eines päpstlichen Botschafters gewährte Monsignore Florian Kolfhaus (rechts) den zahlreichen Zuhörern im Foyer. Bild: jzk

"In Rom ist es schön, aber dahoam is dahaom", scherzte Monsignore Florian Kolfhaus. "Des Papstes Botschafter" lud die Zuhörer im Foyer der Mehrzweckhalle zu einer spannenden Reise in den Vatikan ein.

Kemnath. (jzk) Der Referent stellte die Geschichte der päpstlichen Diplomatie und ihre aktuellen Herausforderungen dar. Bei Friedenspolitik, Einsatz für die Menschenrechte und Schutz des Lebens mahne der Papst stets philosophisch-ethnische Grundprinzipien an. Der Pontifex sei politisch neutral, weshalb er auch jedes weltliche Oberhaupt empfange.

Wie ein Staatsoberhaupt

"Ein Nuntius ist ein Botschafter des Vatikans", erklärte der Diplomat. Sie seien in etwa 165 Ländern und 20 internationalen Organisationen vertreten. Der Papst stehe für 1,2 Milliarden Katholiken auf der ganzen Welt und sei das einzige kirchliche Oberhaupt, "das mit weltlichen Staatsoberhäuptern gleichrangig ist".

Als nichtstaatliche souveräne Macht bildet der Heilige Stuhl ein eigenes Völkerrechtssubjekt und vertritt den Staat der Vatikanstadt sowie die römisch-katholische Kirche. "Die Verflechtungen zwischen Heiligem Stuhl, Vatikanstadt, dem Papsttum und der römisch-katholischen Kirche sind weitreichend und nicht immer genau auseinanderzuhalten", meinte der Redner.

Im umgangssprachlichen Gebrauch sei mit Vatikan meist der Heilige Stuhl beziehungsweise dessen Verwaltungsorgane gemeint. Dagegen sei die katholische Kirche ein eigenes Rechtssubjekt, die der Papst oder vielmehr der Heilige Stuhl als Oberhaupt nach außen und damit ihre Interessen im diplomatischen Verkehr vertrete. "Der Heilige Stuhl hat zehn Kongregationen (Ministerien), die echte Entscheidungsgewalt haben", Derzeit plane der Papst eine Reform der Kurie.

"Sollte man den Ortskirchen nicht mehr Einfluss geben?" und "Was kann der Heilige Stuhl zur Lösung der Flüchtlingsproblematik beitragen?" waren Fragen der Zuhörer, die der päpstliche Diplomat zu beantworten versuchte. Mit einem leisen "Ja" beantwortet er die Frage, ob er nicht manchmal Sehnsucht danach habe, als Geistlicher eine Pfarrei seelsorgerisch zu betreuen.
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