Eine Schinderei

Mit Brille und Helmkamera: Frank Senft beim Durchqueren eines eisigen Wasserhindernisses beim Tough Guy Race in England. Bild: hfz

Der ganze Körper zittert nach etlichen Eisbädern, der Schlamm ist knietief - aber wer eines der härtesten Hindernisrennen der Welt überstanden hat, fühlt sich hinterher unbeschreiblich. So wie Frank Senft.

Das Tough Guy Race ("Harte-Kerl-Rennen") macht seinem Namen alle Ehre. Seit 1986 laufen, robben und schwimmen jedes Jahr all diejenigen, die ein harter Kerl sind und die, die es glauben, zu sein, um die Wette.

Dieser extreme Hindernislauf in der der Nähe von Wolverhampton (England) geht auf Trainingscamps für britische Elitesoldaten zurück, die sich diesen Torturen unterziehen mussten. Frank Senft (37) aus Wolfsbach bei Ensdorf war und hat das Rennen als 356. überstanden - beachtenswert, denn von 6000 Teilnehmern kamen nur 2825 ins Ziel: "Der Tough Guy trägt seinen Namen zu Recht und gehört zu den härtesten Hindernisläufen auf diesem Planeten. Wer hier unvorbereitet an den Start geht, hat keine Chance diesen extremen Hindernislauf zu überstehen", erklärt Senft.

Bei minus drei Grad Celsius war es nicht verwunderlich, dass die Teilnehmer aufgrund von Unterkühlungen reihenweise ausgeschieden sind.

15 Kilometer waren zu absolvieren. In der ersten Hälfte des Laufs mussten die harten Kerle - und auch etliche Frauen - viele steile Berghänge, knietiefe Schlammgruben oder Wasserlöcher überwinden. Das Besondere an diesen Hindernissen waren die unzähligen Schleifen, die enorm an den Kräften zehrten.

Die Intensität des Laufs nahm von Kilometer zu Kilometer zu, bis das eigentliche Spektakel bei den "Killing Fields" erst noch richtig beginnen sollte. "Da kam ein Eisbad nach dem anderen", sagt Senft. Die Folge: Viele Läufer bekamen Krämpfe, waren unterkühlt oder ganz einfach völlig fertig. Ein starker Wind trieb die Kälte zusätzlich bis in die Knochen.

Senft sagt: "Mein ganzer Körper hat gezittert." Und stellt die Sinnfrage: "Warum macht man so was? Warum setzt man sich einer derartigen Schinderei aus?" Seine Antwort: "Weil es im Ziel ein richtig tolles Gefühl ist, den inneren Schweinehund gleich mehrfach besiegt zu haben." Denn der Stolz und das Glücksgefühl, den Tough Guy geschafft zu haben, sei einfach unbeschreiblich.

Erster wurde der Brite Jonathan Albon in 1:36:47 Stunden, Frank Senft benötigte 2:25:04 Stunden.
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