Eine schleichende Gefahr

Diabetologe Dr. Stephan Beck klärte seine Zuhörer umfassend über die gefährliche Volkskrankheit Diabetes auf. Bild: jzk

Man spürt sie nicht, und das macht Diabetes so gefährlich. Sie entstehe in der Regel schleichend und verursache keine akuten Beschwerden. Bis sie endlich erkannt werde, könnten mehrere Organe bereits irreparabel geschädigt sein, warnte Dr. Stephan Beck seine Zuhörer beim Seniorentreff.

Kemnath. (jzk) "Diabetes ist eine chronische Krankheit, die kaum geheilt werden kann", bemerkte er beim Seniorentreff im Pfarrheim. Wichtige Anzeichen sind laut dem Allgemeinarzt und Diabetologen trockene oder juckende Haut, Müdigkeit, Durst, erhöhte Anfälligkeit für Infektionen und starker Harndrang.

"Diabetes Typ 1 und Typ 2 sind unterschiedliche Erkrankungen" betonte Beck, als er die Funktion der Bauchspeicheldrüse erklärte. Vom äußeren Erscheinungsbild (Körperfülle) könne man nicht auf die Art der Diabeteserkrankung schließen. Je früher der Zucker gut eingestellt sei, desto länger ließen sich die Folgeerscheinungen hinauszögern. Schwankungen im Blutzuckerspiegel belasten alle Organe, betonte Stephan Beck, der in der überörtlichen Gemeinschaftspraxis Eberlein, Popp, Beck tätig ist. Augen, Nieren, Nerven, Gehirn, Magen, Darm, Herz und Füße könnten stark in Mitleidenschaft gezogen werden.

Diabetes-Patienten müssten sich deshalb vom Arzt regelmäßig untersuchen lassen. "Gehen Sie bei schlecht heilenden Wunden sofort zum Arzt", empfahl der Redner. Der Augenarzt sollte einmal im Jahr den Augenhintergrund kontrollieren. Vierteljährlich müsse der HbA1c-Wert überprüft werden.

"Die Diagnose Diabetes bedeutet immer einen Wandel im Leben der Betroffenen", machte Beck klar. Typ-1-Diabetiker müssten fortan Insulin spritzen, Typ-2-Diabetiker sich auf einen neuen Lebensstil mit mehr Bewegung und gesunder Ernährung umstellen. Eine richtige Insulintherapie entlaste die Bauchspeicheldrüse und stabilisiere den Blutzuckerstoffwechsel. "Aus Angst vor dem Spritzen sollte diese Therapie nicht unnötig hinausgezögert werden." Unterzuckerung erhöhe das Risiko einer Demenz und müsse ebenso wie hohe Blutzuckerentgleisungen vermieden werden.

Mittlerweile gebe es zahlreiche technische Hilfsmittel für die Blutzuckereinstellung und -kontrolle. Beispielsweise könne der Zucker im Gewebe mit einem Sensor gemessen werden. Diese könne über zwei Wochen getragen werden. Patienten könnten zukünftig so ohne Stechen Zuckerwerte und -verläufe kontrollieren. Es bleibe aber abzuwarten, ob die Kassen die Kosten für derartige Hilfsmittel übernehmen.

Stadtpfarrer Konrad Amschl bedankte sich bei Dr. Stephan Beck mit einem kleinen Präsent.
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