Eine verschwundene Burg und ein toter Krieger

Nachdem die Utzenhofener Kirche aus Holz im frühen 10. Jahrhundert abgebrannt war, wurde sie wieder aufgebaut. Um 1100 ist das Gotteshaus in der Ortschaft schon aus Stein. Es war damals wohl bereits Teil einer Befestigungsanlage.

Diese "Burg" taucht in schriftlichen Quellen aus dieser Zeit nicht auf, doch im 17. Jahrhundert - da gibt es sie schon nicht mehr - finden sich Hinweise auf eine alte "Burg am Wierlbach", und an dem liegt Utzenhofen. Die Quelle meint also wahrscheinlich genau dieses Bauwerk. Die gesamte heutige Nordwand stammt noch aus der Zeit um 1100 (bis zur Erweiterung 1938 auch die Südwand). Dort, wo früher der Altar dieser romanischen Kirche stand, entdeckten die Archäologen ein aufschlussreiches Grab. Darin lag ein Mann, etwa 40 Jahre alt. Die Untersuchungen ergaben, dass es sich um einen hoch gewachsenen Adligen handelte, der sehr viel geritten war, kaum körperliche Arbeit verrichtet hatte und zum Zeitpunkt seines Todes (im 15. Jahrhundert) in erstaunlich guter körperlicher Verfassung war.

Die Todesursache nennt Mathias Hensch eine "Ironie der Geschichte": Er starb an einem Pfeilschuss. Der Schaft war abgebrochen, die Spitze im Körper geblieben, etwa im Bereich der Leber. Der Mann dürfte dadurch verblutet sein.
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