Eine Welle der Hilfsbereitschaft

Vielfältig ist die Anteilnahme und Hilfsbereitschaft: In der Weiherstraße trafen sich Nachbarn zu einem Begegnungsabend vor dem Haus. Wer wollte, stecken einen Schein in die Spendenbox. Auch Passanten blieben auf eine Tasse Glühwein stehen und spendeten. 300 Euro kamen so zusammen. Bild: Völkl

Sie können das Leid der Familie nicht lindern, aber wenigstens mit Anteilnahme und Spenden helfen: Viele Bürger geben im Pfarrhaus Geldkuverts ab, tragen sich in die Sachspendenliste der Stadt ein oder stellen bei Veranstaltungen eine Sammelbox auf.

Nabburg. (cv) Die erschütternde Brandtragödie am Pfeifferweiher, bei der am 1. Dezember ein achtjähriges Mädchen ums Leben kam, löste eine Welle der Hilfsbereitschaft aus. Stadt Nabburg, die "Interessensgemeinschaft Erste Hilfe und Notfallrettung" und die Feuerwehr Nabburg beschlossen, eine Spendenaktion für die Familie ins Leben zu rufen.

Das Haus ist derzeit unbewohnbar, die Möbel durch Feuer und Ruß zerstört. Drei Nabburger boten spontan Wohnungen an, doch die Familie fand vorübergehend eine Bleibe bei den Großeltern in Amberg. Marco Frischholz ist zusammen mit Annett Krohnert und Michael Zimmerer - die Vorsitzenden der "Interessensgemeinschaft Erste Hilfe und Notfallrettung" zu einer Drehscheibe geworden. Frischholz hat sich erst gestern nochmals das Haus angesehen. Bewohnbar ist es seiner Einschätzung nach "frühestens in zehn Wochen". Das Technische Hilfswerk und die Feuerwehr haben bereits signalisiert, mit ihren Fahrzeugen beim Entrümpeln zu helfen, ein Entsorgungsunternehmen stellt einen Sperrmüllcontainer. Bei der Stadt liegt eine Kontaktliste auf, in der sich Sachspender eintragen können. Marco Frischholz hat alle gebeten, von dem Inventar ein Foto an die Adresse info@ig-erste-hilfe.de zu mailen. "Dann kann die Familie sagen, was sie braucht". Frischholz klärt mit den Spendern ab, "was noch stehen bleiben kann, was abgeholt werden muss". Ein Nabburger Geschäftsmann hat Lagerräume angeboten.

Auf dem Spendenkonto der Stadt waren bis zum Wochenende 9000 Euro eingegangen. Und die Summe wächst. Pfarrer Hannes Lorenz stellt die Sonntagskollekte für die Familie zur Verfügung. Rund 4000 Euro wurden laut Kirchenpfleger Hans Pamler in die Sammelkörbchen gelegt. Dabei bleibt es nicht: Der Frauenbund hat 1000 gegeben und Menschen bringen einfach spontan Geldkuverts ins Pfarrbüro. Der Rektor der Grund- und Mittelschule, Simon Weidner, erzählt, dass die Einnahmen aus der Weihnachtsfeier der Schüler an die Familie weitergegeben wird. Elternbeirat, Kollegium und Förderverein spenden. Das Johann-Andreas-Schmeller-Gymnasium überweist den Erlös der Nikolausaktion. Im Kindergarten St. Marien stehen große Schachteln, in die Spiel- und Anziehsachen für den sechsjährigen Bruder des ums Leben gekommenen Mädchens gegeben werden. "Sie sind übervoll", so Leiterin Margareta Werner. Im Angelus-Kindergarten füllt sich eine Spendenbox und in der Weiherstraße organisierte Mauritius Lohmann einen nachbarschaftlichen Begegnungsabend vor dem Haus. Auch Passanten, die vorbei kamen, steckten Scheine in das Spendenfässchen. Die Aktionen sind nicht auf Nabburg begrenzt: Beim Weihnachtsmarkt auf Burg Trausnitz sammelten die Ludwigsritter für die Familie.
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