Eines der "ganz großen Güter"

Geburtenrückgang und Ausbau der Ganztagsschulen: Aus Sicht der Musikschule Vierstädtedreieck sind das Risikofaktoren für die musische Erziehung. Denn: "Welches Kind hat die Lust, nach einem stressigen Ganztages-Schulunterricht auch noch die Musikstunde zu besuchen?"

Joachim Steppert, der Leiter der Musikschule Vierstädtedreieck, bezog in der Jahreshauptversammlung des Fördervereins (wir berichteten) klar Stellung: "Wir müssen begreifen, dass musikalische Bildung keine private Nebensache ist. Es sollte vielmehr zu unserem gesellschaftlichen Selbstverständnis gehören, dass musikalische Bildung zu den ganz großen Gütern gehört, auf die unsere Kinder genauso Anspruch haben wie auf das Lernen von Schreiben, Lesen und Rechnen."

Auf die Programmgestaltung des vergangenen Schuljahres eingehend erinnerte Steppert beispielhaft an das Weihnachtskonzert in Pressath, das Musical "Der Froschkönig", das Frühjahrskonzert in Grafenwöhr und den Aktionstag "Lange Nacht", wiederum in Pressath. Die Musikschule sei auch ein gerngesehener Gast bei Großveranstaltungen, wie den Bürgerfesten und Weihnachtsmärkten.

Als erfreulich bezeichnete der Musikschulleiter die Stabilisierung der Ensembles. Jugendblasorchester, Jugendstreichorchester und die Chöre seien fester Bestandteil der schulischen Ausbildung. Allerdings nehme kein Eschenbacher Schüler am Blasmusikunterricht teil, bedauerte er. Steppert erinnerte ferner an die gute Zusammenarbeit mit anderen Bildungseinrichtungen und lobte das partnerschaftliche Verhältnis mit der Förderschule, dem Gymnasium, den Kindergärten, den Büchereien und der Volkshochschule. Eine große Erleichterung sei den Umzug der Eschenbacher Musikschüler in das Sonderpädagogische Förderzentrum.

Den neuen Schulverbund würdigte der Musikschulleiter als zukunftsweisend und berichtete von einem gefestigten Unterrichtsangebot und einer einfacheren Planung. "Durch die größere Schuleinheit kann der Personaleinsatz viel zielgerichteter und rationeller erfolgen."

Zudem sei durch den Zusammenschluss langfristig die Finanzierung der Einrichtung gesichert. Ergänzend zu den Gebühren der für das neue Schuljahr angemeldeten 400 Kinder und Jugendlichen errechnete Steppert einen Zuschussbedarf pro Schüler von zirka 180 bis 200 Euro jährlich, der entsprechend der Schülerzahl auf die Mitgliedergemeinden umgelegt werde.

Mit dem Beitritt der Gemeinden Kirchenthumbach, Speinshart und Vorbach sei die kommunale Familie im Verbund der Musikschule Vierstädtedreieck fast komplett. "Nun hoffen wir auf den Beitritt der Gemeinden Schlammersdorf und Neustadt am Kulm", erklärte Steppert.

Erstmals werde es auch Unterricht in der Volksschule im Zuge der Mittagsbetreuung geben, kündigte er an. Der Musikschulleiter sprach sich ferner für den Ausbau des Erwachsenen-Unterrichts aus. Für wichtig hält er zudem den Elternkontakt. Hintergrund
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