Einfach überwältigend

Gott verehren mit Seele und Körper: "Sound of Joy" verwandelte in der St.-Martins-Kirche seinen Gesang in religiöse Bekenntnisse, die den Zuhörern unter die Haut gingen. Bild: bk

Da waren Könner am Werk: Der Chor "Sound of Joy" - Klang der Freude - steckte die Zuhörer mit seiner Fröhlichkeit an.

Das Konzert war ein Erlebnis. Temperament und Freude am Musizieren, gepaart mit sängerischer und spielerischer Präzision prägten das Konzert des Gospelchors, der Blechbläser und der Band der Selnecker-Kantorei Hersbruck am Sonntag in der proppenvollen evangelischen St.-Martins-Kirche.

Der Elitechor eroberte von der ersten Minute an die Herzen der aufmerksamen Zuhörer. An der musikalischen Qualität und mitreißenden Präsentation konnte jeder Besucher selbst ablesen, warum "Sound of Joy" auch im Ausland begeistert. Doch den ersten Sonderapplaus gab es für den humorvollen Initiator, Pfarrer Matthias Weih: " Wir fühlen uns nicht nur sehr geehrt, sondern finden es auch gut, dass Sie die Wichtigkeit der Oberpfalz im Reigen der Staaten unserer Welt erkannt haben."

Präzise Einsätze

Schon das Eingangslied "In this House" ("Warum kommst du nicht auch in dieses Haus?") regte zum Nachdenken an. Der Chor beeindruckte mit präzisen Einsätzen, sicherer Stimmführung, dynamischen Kontrasten und lang ausgehaltenen Schlussakkorden. Dirigent und Kirchenmusikdirektor Karl Schmidt gelang es, die eigene Freude am Gesang auf die Sänger zu übertragen. Unter die Haut gingen die sanften Melodien von "Praise his holy name" (Jesus, ich liebe dich und preise deinen Namen) und "You are mine" (In der Stille werde ich zu dir kommen, von all deinen Ängsten dich befreien). Band und Bläser setzten den Songs pointierte Glanzlichter auf.

Bei "Freedom Train" hieß es dann "Der Zug fährt ein, steigt ein", ehe Melanie Schmidt und Lea-Marie Frank als Solistinnen zu "Everytime i feel the spirit" glänzten. Von Dekanatskantor Schmidt motiviert sang man gemeinsam "Say it loud", unterstützt von Bläsern, Band und Chor - ein herrlicher Lobgesang. Sangeskunst auf hohem Niveau bot der von überwiegend jungen Leuten besetzte Chor bei drei A-cappella-Sätzen: einem rhythmischen Sprechgesang "I can tell the world", einem traditionellen Spiritual "Deep River" und dem von der Sopranistin Julia Schmidt gekrönten "Listen to the lambs". Mit einem fulminanten von Bläsern und E-Gitarren jubilierend umspielten "All in favor" klang das gelungene Konzert aus.

Drei Zugaben

Nach minutenlangem Beifall durfte das 80-köpfige Ensemble erst nach drei Zugaben endgültig Schluss machen. "Einfach überwältigend, ungeheuer ergreifend" versuchte ein Besucher aus Eschenbach seine Eindrücke nach diesen 90 Minuten in Worte zu fassen.
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