Einheit in Freiheit

Aus Werken von Mozart, Klezmer-Balladen und irischen Songs bestand die "Tafelmusik", die ein Flötenquartett um Regina Lober (Zweite von rechts) bei dem gelungenen Festabend für die Ehejubilare der Pfarrei servierte. Bilder: gpa (2)

"Einigkeit und Recht und Freiheit sind des Glückes Unterpfand": Der Anfang der deutschen Nationalhymne war auch der rote Faden in der Predigt von Stadtpfarrer Thomas Jeschner. "Diese Worte passen wunderbar auf ein Ehejubiläum", sagte er.

Kein Tag hätte für die Feier für Ehejubilare besser passen können, als der Tag der deutschen Einheit. Auf Einladung des Arbeitskreises Ehe und Familie des Pfarrgemeinderats trafen sich Paare, die auf viele gemeinsame Ehejahre zurückblicken, zum Gottesdienst in der Stadtpfarrkirche St. Laurentius.

"Einheit am Traualtar, das Ja zum anderen, ein Mann, eine Frau, ein Leben lang." Mit diesen Worten stellte Stadtpfarrer Thomas Jeschner in seiner Predigt einen Bezug zwischen dem Text der Nationalhymne und der Feier der Ehejubiläen her. Und zur Freiheit sagte er: "Sie haben sich damals frei entschieden, in vollkommener Freiheit 'Ja' gesagt zu Ihrem Partner. Frei sind Sie dann in die Kirche gekommen, um zu heiraten."

Doch etwas fehle da noch, merkte der Stadtpfarrer an: nämlich Gott. "Ihn haben Sie mit hineingenommen in diesen Bund. Durch ihre Heirat in der Kirche ist auch der Blick nach oben hineingekommen, das Beten für- und miteinander als Hilfe zum jahrzehntelangen Halten der Ehe. Genau deshalb ist die kirchliche Trauung mehr als die standesamtliche."

Erst in der Rückschau sei zu sehen, "wie schön es war, wie sich die beiden Menschen 'gerieben' haben und dann 'rund' geworden sind. Ich sage Ihnen Dank dafür, dass Sie so lange miteinander verheiratet sind, dass Sie so auch vielen jungen Menschen ein Beispiel sind, sie ermutigen zu einer christlichen, einer kirchlichen Ehe."

Kleines Kreuz als Geschenk

Ergreifend in der üblichen Stille nach der Predigt war die Melodie der Nationalhymne, die leise auf der Orgel erklang. Dem gesungenen Glaubensbekenntnis folgten die von Eheleuten vorgetragenen Fürbitten. Beendet wurde die Festmesse mit der Einzelsegnung durch Stadtpfarrer Thomas Jeschner. Ein kleines Holzkreuz war sein Geschenk für jedes Paar.

Die weltliche Feier im Pfarrheim begann mit einem Sektempfang des Sachausschusses Ehe und Familie. Pausenlos servierten die Helferinnen leckere Snacks. Die "Tafelmusik" lieferte ein Flötenquartett: Regina Lober, Reingard Bartl, Hannelore Böhm und Maria Neumann spielten unter anderem Werke von Wolfgang Amadeus Mozart und Joseph Haydn. In ihrem Repertoire hatten die vier Damen aber auch Klezmer-Balladen sowie die Songs "Irish Reel" und "Irish Air".

Rosen mit Dornen

Stadtpfarrer Thomas Jeschner erntete viel Beifall, als er bei der Begrüßung der Jubelpaare auch allen dankte, die diesen Abend gestalteten. Zusammen mit Gemeindereferentin Gabriele Gabriel, die allen Paaren noch viele gemeinsame, schöne und wertvolle Jahre wünschte, überreichte er den Jubelpaaren Urkunden und "Medaillen in roter und grüner Form": Rosen mit Dornen, die auch erinnern sollten an die Zeiten, die dornig waren auf dem gemeinsamen Weg. Verbunden damit waren herzliche Glückwünsche.

Da Lidwina und Georg Wiedenhofer mit 64 Ehejahren das "dienstälteste" Jubelpaar war, dankte Georg Wiedenhofer unter dem Beifall der anderen Paare im Namen aller den Verantwortlichen für den wunderschönen Abend. Dieser löste noch ein großes Hallo aus: Edgar Bitterer projizierte in einer gelungenen Fotoshow die Hochzeitsbilder, die alle Paare bei ihrer Anmeldung abgegeben hatten, auf eine Leinwand. Gegenseitig wurde gestaunt über Kleidung und Aussehen der Jubilare früher.
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