Einladung der Polizei stößt bei Rettungs-Organisationen auf großes Interesse - Umgang mit den ...
Feuerwehrleute auch als Detektive gefragt

Neustadt/WN. (arw) "Löschen so wenig wie möglich und soviel wie nötig!" Diesen Appell richtete der Brandermittler der Kripo Weiden an die Feuerwehrdienstleistenden. Bereits bei der Anfahrt sollten sie die Augen offen halten.

Der Einladung des Neustädter Polizeichefs Werner Hanauer waren fast 150 Vertreter von Feuerwehren, BRK, THW, Bergwacht, Kreisverbindungskommando (KVK) und Landratsamt sowie der Polizei in die Stadthalle gefolgt. Sein Vertreter und Organisator Herbert Mattes hatte für den Abend spannende Themen ausgesucht. Grußworte sprachen der neue Abteilungsleiter beim Landratsamt, Oberregierungsrat Jürgen Schneeberger, und Kreisbrandrat Richard Meier.

Bergwacht: schnelle Hilfe

Der gut dreistündige Abend begann mit der Vorstellung der Bergwacht. Die Devise des Bereitschaftsleiters Sebastian Vogel lautet: "Bei jedem Wetter zu jeder Zeit in jedem Gelände - Sie können sich auf uns verlassen". Der Bergwacht hätten sie die Berge geklaut, werden sie häufig belächelt. Doch dem sei nicht so. Die Bergwacht sei an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr einsatzbereit. Bei den letzten 20 Einsätzen betrug die Ausrückzeit 7 Minuten.

Die Arbeit des Brandermittlers Armin Bock von der Kripo Weiden kann man mit einem Puzzle vergleichen. Gleich zu Beginn der Ermittlungen seien viele Fragen zu klären. Hier könne die Feuerwehr einen wichtigen Beitrag zur Aufklärung leisten. Schon bei der Anfahrt zum Einsatzort sollten die Brandschützer bestimmte Auffälligkeiten festhalten. Sei es das Brandobjekt, Schaulustige oder entgegenkommende Fahrzeuge. Mit Bildern erläuterte der Hauptkommissar seine Arbeit. Sie beginne, wenn die Feuerwehr mit dem Löschen fertig sei. Der Feuerwehrmann sollte sich mit der Weitergabe seiner Erkenntnisse bedeckt halten, mahnte der Kriminaler.

Mit dem Umgang mit den Medien befasste sich Hauptkommissar Alfred Arnold von der Inspektion Neustadt. Er betonte, dass die Pressearbeit nicht der Imagepflege diene, sondern sich aus den gesetzlichen Verpflichtungen zur Information der Öffentlichkeit ergebe. Bei größeren Gefahren- und Schadenslagen oder bei Katastrophen gewährleiste die Polizei den schnellen und ungehinderten Einsatzablauf durch Feuerwehr, THW, Rettungsdienst und Katastrophenschutz.

Striktes Redeverbot

Arnold schilderte, wer bei bestimmten Ereignissen für die Presse verantwortlich sei. Der Beamte sprach von einer Bündelung, um widersprüchliche Aussagen zu vermeiden. Die Einsatzkräfte hätten absolutes Sprechverbot. Der Polizist verwies auch auf die Persönlichkeitsrechte der Angehörigen sowie auf Opfer-und Täterschutz.

Bei einer zurückhaltenden Informationspolitik bestehe die Gefahr, dass die Berichterstattung völlig fremdbestimmt werde. Gerüchte tauchten auf, und Journalisten recherchierten selbst. Die Medien sollten den Pressekodex beachten. Die Betroffenen dürften grundsätzlich durch die Darstellung nicht ein zweites Mal zu Opfern werden. Weiter wurden die rechtlichen Möglichkeiten für Polizei und Feuerwehr angesprochen. Diese kann bis zum vorübergehenden Platzverweis führen.

Weitere Themen waren Bild- und Tonaufnahmen von Einsatzkräften, Vernichtung von Bildern, unbefugte Foto- und Videoaufnahmen und das Veröffentlichen von Bildern durch Einsatzkräfte. Angesprochen wurden ebenso Aufnahmen mit sogenannten Dashcams (kleine Kameras auf dem Armaturenbrett), die dann ins Internet gestellt würden.

Aus der Praxis der Medienarbeit an der Einsatzstelle berichtete Bernd Kropf. Der Kameramann unterscheide zwischen Aktualität, Informations- und Nutzwert sowie Verbreitungsgebiet. Hier tauche auch die Frage auf, was sei zu veröffentlichen. Es gebe viele "Stolpersteine", die Information müsse gesichert sein. Damit dies der Fall sei, sollte man zwei Quellen hinterfragen. In den sozialen Netzwerken lauerten viele Gefahren, und es gebe hier viele Vorgaben. Dazu gehöre auch das Urheberrecht.
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