Einschätzung der Gewerkschaft - Vorschlag: Die Renten erhöhen
Wachsamkeit Gebot der Stunde

Weiden. (uz) Ralf Sikorski (IG BCE) ging mit SPD-Stadtrat Norbert Freundorfer konform. Der hatte als Vertreter des Oberbürgermeisters beim Neujahrsempfang der Gewerkschaft auf die Gefahren von Pegida hingewiesen. "Wachsamkeit gegenüber den Strömungen der Zeit ist das Gebot der Stunde", sagte er.

"Es gibt eine wachsende Bewegung und es gibt dahinter stehende einschlägige Gruppierungen, die dies zum Anlass nehmen, gegen den Islam schlechthin und gegen eine angebliche drohende Islamisierung in Deutschland und in Europa vorzugehen", betonte Sikorski, Mitglied des geschäftsführenden Hauptvorstandes der IG BCE, in seiner Ansprache. "Wir sollten gegen die religiösen und nationalen Dogmatismen die Werte der Zivilgesellschaft, der Demokratie, der Meinungsfreiheit und der Menschenrechte auf die Straße tragen."

14 000 Mitglieder im Bezirk

Der IG BCE-Bezirksleiter Nordbayern, Hartmuth Baumann, ging auf die Mitgliederentwicklung ein. Bayernweit habe man die 75 000-Marke geknackt. Absolut positiv sei, dass 461 Mitglieder neu aufgenommen worden seien. Insgesamt zählt die Gewerkschaft in Nordostbayern derzeit 14 000 Mitglieder. Im voll besetzten Gustav-von-Schlör-Saal ehrten Baumann und Sikorski erfolgreiche und eifrige Mitgliederwerber.

Fabian Landes von der Firma Quantos hatte im vergangenen Jahr 69 Neumitglieder geworben. Monika Träger (Firma CeramTec) brachte es auf 22 Neuwerbungen, gefolgt von Markus Schmidbauer (Firma RKT Kunststofftgechnik) mit 20, Edeltraud Sander (Firma Flabeg Deutschland) mit 19 und Andreas Böhm (Firma Nabaltec) mit 18. Alle erhielten Urkunden.

Sikorski sprach sich für die Übernahme der Auszubildenden aus und für eine gerechte Entlohnung der Arbeitskraft. "Wir haben die Stärke und Geschlossenheit, um unseren Interessen und Lösungsvorschlägen Nachdruck zu verleihen." Das Mitglied des Hauptvorstandes erinnerte an die 125-Jahr-Feier in diesem Jahr. Die Gewerkschaft stehe für Lohngerechtigkeit. Aber auch dafür, dass es gelingen möge, älteren Arbeitnehmern altersgerechte Arbeitsplätze anzubieten. Eventuell sei dazu auch ein Umdenken der Politik nötig. Anstatt Abstriche bei vorgezogener Rente vorzunehmen, empfehle er als Leistungsmotivation im Alter die Renten um monatlich 0,3 Prozent zu erhöhen, sollte jemand länger als nötig arbeiten wollen.

Beruflicher Stress

Ferner betonte der Referent die Steuergerechtigkeit. Dabei ging er weniger auf die prekär Beschäftigten ein, für die es darum gehe, überhaupt einen gesicherten und existenzsichernden Arbeitsplatz zu erhalten. Er verwies vielmehr auf die Mittelschicht, qualifizierte und hochqualifizierte Frauen und Männer. Seit Jahren müssten diese beruflichen Stress hinnehmen und andererseits zusehen, wie die Progression ihren Lohnerhöhungen auffresse.

Zentrales Thema bleibe überdies die Mitbestimmung, erklärte Sikorski. Für die Musik sorgten beim Neujahrsempfang der Gewerkschaft "Die Allerscheynst'n".
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