Einzug für März 2016 geplant

Junge Menschen, die ihre von Kriegen und Terror erschütterte Heimat alleine verlassen haben, leben derzeit an elf Orten im Landkreis Amberg-Sulzbach. Neukirchen könnte diesen Kreis ab 2016 erweitern. Ins Auge gefasst wird das Seniorenstift Weißenstein.

Informationen zur Unterbringung von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen standen im Mittelpunkt der öffentlichen Gemeinderatssitzung im Gasthaus Engelhard (Ramm). Daran nahm Thomas Schieder teil, Leiter des Kreisjugendamtes Amberg-Sulzbach.

Frühzeitig informieren

Obwohl die jungen Flüchtlinge erst 2016 kommen sollen, wolle man bereits jetzt die Öffentlichkeit informieren, kündigte Bürgermeister Winfried Franz an. Die Gemeinde Neukirchen mit ihrem sozialem Netzwerk und den schulischen Rahmenbedingungen biete gute Voraussetzungen, um die Integration der Kinder und Jugendlichen zu unterstützen. Derzeit werden in Bayern unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in die verschiedenen Städte und Gemeinden verteilt, schilderte Schieder.

Ab 2016 solle die Maßnahme bundesweit erfolgen. Von den rund 5000 Jugendlichen, die 2014 in Obhut genommen wurden, sind nach einem Verteilungsschlüssel 40 junge Menschen für den Landkreis vorgesehen. Die Planungen für heuer sehen 200 Plätze vor. Die bereits untergebrachten Kinder und Jugendlichen sind auf elf Standorte verteilt.

Das Seniorenstift Weißenstein eigne sich durch die Infrastruktur und die Appartement-Aufteilung sehr gut für die Unterbringung der Flüchtlinge. Als Betreiber werde das Christliche Jugenddorfwerk Deutschland (CJD) mit Sitz in Sulzbach-Rosenberg fungieren. Die Bildung von Übergangsklassen erfolge in örtlichen und ortsnahen Schulen. Dabei liege ein Schwerpunkt auf dem Erlernen der deutschen Sprache.

Integration in Vereinen

Der Einzug der Jugendlichen ist im März 2016 geplant. Sollte der Beginn der Übergangsklassen erst im Schuljahr 2016/17 möglich sein, finden bis dahin bereits Sprachkurse statt. Da der Freizeitbereich für die Jugendlichen ebenfalls eine große Bedeutung besitze, sei aufgrund der zahlreichen Vereine im Gemeindegebiet eine rasche Integration möglich.

2. Bürgermeister Wolfgang Rattai erkundigte sich nach den derzeitigen Mietern der Appartements, und Gemeinderat Martin Wolf wollte wissen, woher das Personal für die Betreuung kommen solle. Derzeit würden Pädagogen eingesetzt, die teilweise noch beim Jugendamt des Landkreises beschäftigt sind. Gleichzeitig suche man noch Leute, die für die Aufgabe qualifiziert sind, teilte Schieder mit. Über den Weg aus den Übergangsklassen in den Regelunterricht wollte Gemeinderat Hans Sebald Auskunft bekommen.

Bayernwerk verlegt Kabel

Das Bayernwerk verlegt ein Erdkabel vom Trafo-Haus in der Weißensteinstraße über den Sonnenhang in Richtung Etzelwang, teilte Bürgermeister Winfried Franz mit. Da die betroffene Gehsteigfläche nicht im besten Zustand sei, werde sie ausgebessert. Wenn die Gemeinde bereit sei, sich zu beteiligen, würde das Bayernwerk einen Teil der Kosten bezahlen. Dem gemeindlichen Anteil von rund 10 600 Euro stimmte der Rat zu.

Dem Antrag zur Errichtung einer Fertiggarage und eines Carports von Uwe Sauer (Neukirchen) gab das Gremium ebenfalls seinen Segen. Es leitete das Vorhaben an das Landratsamt weiter.
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