Eishockey: Jetzt geht's richtig los

Die Blue Devils und der ERC Sonthofen kämpfen ab Freitag in der ersten Play-down-Runde (Modus Best-of-five) um den Klassenerhalt. In der Vorrunde entschieden die Allgäuer alle vier Partien für sich. Das Bild zeigt Oleg Seibel bei der 1:2-Heimniederlage am 28. Dezember 2014 vor dem Sonthofener Kasten. Bild: Gebert

Play-offs beziehungsweise Play-downs sind im Eishockey das "Salz in der Suppe". In der Oberliga Süd trennen sich nach 44 Spielen die Wege der 12 Klubs - 8 kämpfen um den Aufstieg, 4 gegen den Abstieg.

Weiden. (gb) Die erste süd-interne Play-off-Runde nach dem Modus Best-of-7 beginnt bereits heute in Regensburg. Die weiteren Auftaktspiele der Play-offs sowie der Play-downs (Best-of-5) werden am Freitag, 6. März, ausgetragen. Nachfolgend eine kurze Einschätzung zu den sechs Paarungen.

Play-offs

EHC Freiburg - Deggendorf

Der EHC Freiburg (1. Platz/201:103 Tore/99 Punkte), Vorrunden-Meister und Aufstiegskandidat Nummer eins, geht als klarer Favorit in die Serie gegen den Deggendorfer SC (8./120:154/62). Die Breisgauer gewannen in dieser Saison alle vier Partien, zu Hause 3:2 und 5:2 sowie in Niederbayern 2:1 n. V. und 6:2. Das Team von Trainer Leos Sulak hat keinen Top-Star, ist aber sehr ausgeglichen besetzt und verfügt über die beste Defensive (nur 103 Gegentore). Sechs Spieler haben über 40 Punkte auf dem Konto. Top-Scorer und bester Torschütze ist Tobias Kunz (26 Tore/40 Vorlagen). Die Deggendorfer sind die fairste Mannschaft der Liga und immer für eine Überraschung gut, insgesamt aber zu unbeständig. Auch ein früher Trainerwechsel - Jiri Otoupalik für Klaus Feistl - brachte nicht die erhoffte Konstanz. Fleißigster Punktesammler ist der Ex-Weidener Dustin Whitecotton (14 Tore/39 Vorlagen).

VER Selb - EHC Klostersee

Der VER Selb (2./187:118/93) ist punktgleich mit Freiburg (beide 42) das beste Auswärtsteam der Liga. Der größte Trumpf neben Goalie Marko Suvelo ist die Paradereihe mit den Kanadiern Jared Mudryk (88 Punkte) und Kyle Piwowarczyk (83) sowie Herbert Geisberger (54). Negativ könnte sich die mangelnde Disziplin auswirken, denn die Wölfe kassierten die mit Abstand meisten Strafminuten (999). Dennoch gehen die Oberfranken, die in der Vorrunde drei der vier Duelle für sich entschieden (5:1, 4:1, 6:2), als Favorit in die Serie gegen den EHC Klostersee (7./144:128/65), der ein Heimspiel gewann (6:4). Die Grafinger sind die beste Unterzahl-Mannschaft und haben mit Lukas Steinhauer den drittbesten Goalie hinter dem Freiburger Duo Christoph Mathis und Fabian Hönkhaus. Top-Scorer des Teams ist das 20-jährige Eigengewächs Raphael Kaefer mit 50 Punkten.

EV Regensburg - EC Peiting

Vor der "SOS"-Reihe des EV Regensburg (3./204:146/90) hat jeder Gegner Respekt. Der Tscheche David Stieler führt die Oberliga-Scorerwertung mit 119 Punkten vor seinem kanadischen Teamkollegen Louke Oakley (106) an. Bei den Torschützen - Oakley (51) vor Stieler (46) - ist die Reihenfolge umgekehrt. Das beste Sturmtrio der Liga (insgesamt 298 Punkte) komplettiert Vitali Stähle mit 73 Punkten. Die Mannschaft von Trainer Doug Irwin hat die meisten Tore erzielt (204) und ist das beste Überzahlteam. Allerdings ist der EVR zu sehr von seiner Top-Reihe abhängig. Wenn es bei "SOS" nicht läuft, gibt es Probleme. Der EC Peiting (6./146:154/68) ist sicher nicht der Wunschgegner, denn er fand in der Vorrunde dreimal das richtige Rezept (4:2, 3:2 und 6:3). Erst im vierten Vergleich feierte Regensburg zu Hause einen Sieg (5:1). Im ausgeglichen besetzten Peitinger Team ist Michael Baindl der fleißigste Punktesammler (60).

EHC Bayreuth - EC Bad Tölz

Die Serie zwischen dem EHC Bayreuth (4./194:128/89) und dem EC Bad Tölz (5./159:161/69) könnte über volle Distanz von sieben Spielen gehen. In der Vorrunde gewannen beide Teams ihre Heimspiele: Bayreuth 2:1 n. V. und 6:0, die Tölzer 5:2 und 3:2. Für die Tigers sprechen die Heimstärke (nur 2 Niederlagen in 22 Spielen) sowie das Powerplay (Zweiter hinter Regensburg) und das Unterzahlspiel (Dritter hinter Klostersee und Freiburg). Die Tölzer sind in diesen Kategorien Neunter beziehungsweise Zwölfter. Bayreuth profitiert oft von der Top-Reihe mit dem Slowaken Ivan Kolozvary (84 Punkte) sowie den Ex-Weidenern Andreas Geigenmüller (72) und Michal Bartosch (63). Nicht zu vergessen Jozef Potac (65), der punktbeste Verteidiger der Liga. Tölz ist das schwächste Unterzahlteam, zeigt aber seit dem Trainerwechsel - Yanick Dubé für Florian Funk - klar aufsteigende Tendenz.

Play-downs

ERC Sonthofen - Blue Devils

Beim ERC Sonthofen (9./135:187/52) wechselten zu oft Licht und Schatten, deshalb reichte es letztlich nicht für die Play-off-Teilnahme. Gegen die Blue Devils Weiden (12./109:201/31) ließ der Neuling aber nichts anbrennen und gewann alle vier Spiele - 7:2 und 7:4 zu Hause, 7:3 und 2:1 in Weiden. Nicht nur deswegen spricht alles gegen die Oberpfälzer, die in fast allen Einzelwertungen (Tore, Gegentore, Heim-/Auswärtsbilanz, Über-/Unterzahl) auf dem letzten oder vorletzten Platz liegen. Die Allgäuer sind als Sechster der Powerplay-Statistik das beste Überzahlteam der vier Play-down-Teilnehmer. Bei den Strafminuten - Weiden 882, Sonthofen 893 - sind beide Teams als Zehnter beziehungsweise Elfter vor Selb (999) nahezu gleichauf. Das zeigt, dass ein erbitterter Kampf um den Klassenerhalt zu erwarten ist. Wenn es den Blue Devils gelingt, hart, aber diszipliniert und fair, zu spielen, haben sie mit Sicherheit eine gute Außenseiterchance.

TSV Erding - EV Füssen

Mit den überraschenden Siegen in Regensburg und gegen Meister Freiburg sicherte sich der TSV Erding (10./147:196/38) im Endspurt noch das Heimrecht. Ob das jedoch den Ausschlag gibt, muss sich zeigen, denn der EV Füssen (11./125:195/36) entschied in der Vorrunde alle vier Vergleiche für sich (4:0 und 5:4 zu Hause, 2:1 n. P. und 2:1 in Erding). Zudem haben die Allgäuer mit dem Kanadier Joshua Burnell einen Stürmer in ihren Reihen, der den Unterschied ausmachen kann. Als Sechster der Scorerwertung ist Burnell (78 Punkte) der einzige Spieler unter den "Top 12", der nicht aus Freiburg, Selb, Regensburg oder Bayreuth kommt. Bei den Torjägern ist er mit 40 Treffern sogar Dritter. Bester Scorer der Erdinger ist der US-Amerikaner Colin Mulvey mit 52 Punkten.
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