Eishockey: Oberliga-Rückzug immer wahrscheinlicher - Rund 120 000 Euro Schulden
TSV braucht das "Wunder von Erding"

Erding. (af) Der 14. April gilt als Stichtag: Spätestens dann will der Vereinsrat des TSV Erding bekanntgeben, ob die Eishockey-Mannschaft der Oberbayern auch in der Saison 2015/16 in der Oberliga Süd antritt. Knapp drei Wochen vor der Entscheidungsfindung deutet aber bereits jetzt vieles darauf hin, dass der Klub die Notbremse ziehen muss. Die wahrscheinlichste Alternative angesichts immenser wirtschaftlicher Probleme lautet: Oberliga-Rückzug und damit Zwangsabstieg in die Bezirksliga.

Wie Münchener Zeitungen übereinstimmend berichten, haben die Gladiators in der zurückliegenden Saison ein fünfstelliges Minus eingefahren. "Merkur-online" warf am Mittwoch einen Fehlbetrag von mindestens 47 000 Euro in den Ring. Hinzu kämen noch rund 15 000 Euro, da Trainer John Samanski sowie vier Spielern bereits Mitte März, also während der Playdown-Phase, "Knall auf Fall" vorzeitig zum 14. April gekündigt wurde. Beide Seiten haben Rechtsanwälte eingeschaltet.

"Rumgeeiere satt"

Gegenüber der "Süddeutschen Zeitung" verteidigte TSV-Vizepräsident Hermann Meilinger die ungewöhnliche Sofortmaßnahme. Er habe "das Rumgeeiere satt", wird der Funktionär zitiert. Mit der Nichtauszahlung von einigen tausend Euro an Trainer- und Spielergehältern solle schlichtweg die Schadenssumme begrenzt werden, erklärte Meilinger.

"Merkur-online" setzt noch eins drauf und rechnet den Gesamtbetrag, den die Eishockey-Abteilung dem Erdinger Hauptverein schuldet, auf gut 120 000 Euro hoch. So seien aus früheren Jahren weitere 65 000 Euro ausständig, "auf denen der Hauptverein wohl hocken bleiben wird", meinte Meilinger.

Gegenüber dem TSV-Vorstand hat Eishockey-Abteilungsleiter Bernd Karbach zwar nebulös ein Rettungspaket, quasi eine "geheime Kommandosache", angekündigt, aber Meilinger winkt genervt ab. Schon vor Saisonbeginn habe Karbach von potenten Sponsoren gesprochen, "doch diese sind wahrscheinlich immer noch auf der Flucht". Dass die Fans nach einem Spendenaufruf inzwischen rund 8500 Euro zum Oberliga-Verbleib gesammelt haben, scheint angesichts der prekären Situation nur ein Tropfen auf den heißen Stein. "Die Eishackler brauchen das Wunder von Erding", lautet die kernige Aussage von Meilinger.
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