Elf staubt im Halbfinale ab

Gestik und Mimik funktionierten bei Herrn Gschaftlhuber (Anni König) und Fräulein Kanapee (Anita Schöcklmann) bestens - nur mit der Sprache haperte es bei dem künftigen Ehepaar. Und so antwortete stellvertretend der Sängerchor (im Hintergrund) auf die Fragen des Standesbeamten (Marga Kreutzer). Dabei kamen zahlreiche Schlager zum Einsatz. Bilder: edo (2)

Das winterliche Tief hatte keine Chance: Viele humorvolle Einlagen sowie ein üppiges Angebot an selbst gebackenen Kuchen, Torten und herzhaften Speisen bot der Katholische Frauenbund bei seinem Kaffeekränzchen den Besuchern im voll besetzten Saal des Schützenheimes.

Sowohl bei der Nachmittagsvorstellung als auch am Abend war es schwierig, einen freien Platz zu ergattern. "Schön, dass wieder so viele zu uns gekommen sind", freute sich Irmi Bauer vom Führungsteam.

Seit vielen Jahrzehnten stellt das Kaffeekränzchen des Katholischen Frauenbundes einen festen Termin für Kuchen- und Kulturfreunde in der Region dar. Und so begrüßte die Vorsitzende auch heuer wieder Frauenbund-Abordnungen aus Schlammersdorf, Burkhardsreuth, Speinshart, Kirchenthumbach, Eschenbach, Kemnath, Kulmain, Kötzersdorf und Troschenreuth. Die Damenriege des FC Vorbach sowie Vertreterinnen von Pfarrgemeinderat und Raiffeisenbank ließen sich das Spektakel ebenfalls nicht entgehen.

"Früher waren hier mit Ausnahme der Geistlichkeit keine Männer zugelassen", wusste eine Besucherin. Ein flüchtiger Blick durch die Reihen jedoch genügte bereits, um festzustellen, dass mittlerweile die Regularien gelockert worden sind. Auch für die musikalischen Töne war mit Ludwig Geigenmüller aus Münchsreuth ein Herr der Schöpfung zuständig, hinter den Kulissen zog Reinhard Kreutzer die Fäden in der Technik.

Mehrere Monate hatten die Damen des Katholischen Frauenbundes im Vorfeld für die sieben Einlagen geprobt - und der Fleiß zahlte sich aus. Neben Schauspieltalent, das den Darstellerinnen anscheinend in die Wiege gelegt wurde, bestach das Ensemble durch perfektes Timing.

Besonders bei der Hommage an die Fußballweltmeisterschaft in Brasilien kam die Harmonie der Truppe zum Tragen. Sabine Schönmann, Gisela Ruder, Margit Nickl, Dora Schecklmann, Maria Hermann, Regina Thurn, Manuela Nickl, Käthe Suttner, Lisa Henfling, Christine Walter und Waltraud Nickl stellten das denkwürdige Halbfinale zwischen Deutschland und Brasilien (7:1) nach.

Tomaten auf den Augen

Eine besondere Note erhielt die Partie dadurch, dass die Beteiligten die Beiträge des Kommentators (Marga Kreutzer) allzu wörtlich nahmen: Ein deutscher Spieler etwa staubte im Mittelfeld den Ball mit Hilfe eines Wedels ab, ein anderer spazierte lässig mit Stock über den Rasen. Und der Schiedsrichter übersah eine plötzlich erscheinende Hand im Spiel, weil er Tomaten auf den Augen hatte.

Großen Applaus erhielt auch das Stück "Im Standesamt". Die künftigen Eheleute Herr Gschaftlhuber (Anni König) und Fräulein Kanapee (Anita Schöcklmann) leiden beide unter einem Sprachfehler, weshalb ein Sängerchor stellvertretend die Beantwortung der Fragen des Standesbeamten (Marga Kreutzer) übernahm.

Dabei kamen sämtliche Gassenhauer der jüngeren deutschen Musikgeschichte zum Einsatz. Was sie beim Anblick ihres "Künftigen" gedachte habe, wollte der Beamte beispielsweise von der Braut wissen, und der Chor schmetterte los: "So ein Mann, so ein Mann, zieht mich unwahrscheinlich an."

Tour mit Komplikationen

In "Der Dorfladen" lieferten Anni König und Anita Schöcklmann einen möglichen Vorgeschmack auf die nahe Zukunft: "Komm, wir fahren mal schnell nach Vorbach in das neue Kommunalgeschäft." Die spontane Tour ins drei Kilometer entfernte Nachbardorf entwickelte sich aufgrund unvorhergesehener Komplikationen aber zum Ganztagesausflug.

Ein große Show boten am Nachmittag auch die Damen am Kuchenbüfett: Das Angebot ließ keine Wünsche offen. Über 30 Kuchen und Torten waren dafür zubereitet worden: von Apfelkuchen bis Zabaione-Torte.

Glühende Sohlen hatten die zahlreichen Bedienungen, die die Gäste mit Kaffee, Backwerk und herzhaften Leckereien versorgten. Am Getränkeausschank verrichteten derweil die Männer der Frauenbund-Mitglieder zuverlässig und ohne Murren Dienst. Nicht zu vergessen die "unsichtbaren" Frauen in der Küche, die Pizzen und Bratwürste zubereiteten.
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