Ende der Raumnot in Sicht

Mit dem Abriss und dem anschließenden Neubau des Verwaltungsgebäudes am Hohlweg (Flachbau) könnte der Landkreis mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen. Das architektonisch anspruchsvolle Millionenprojekt stößt schon in der Anfangsphase auf großes Interesse. Bild: ms

Das Interesse am geplanten Abbruch und Neubau des Verwaltungsgebäudes am Hohlweg in Neustadt ist offenbar groß. Schon bei der ersten Beratung im Bau- und Vergabeausschuss des Kreistages machte sich die Mitarbeiterin eines örtlichen Architekturbüros aufmerksam Notizen.

Neustadt/WN. (ms) "Dass etwas passieren muss, steht außer Frage", betonte Landrat Andreas Meier die Notwendigkeit. Er hatte Kreisbaumeister Werner Kraus kurzfristig mit einer Machbarkeitsstudie "Ersatzneubau Am Hohlweg" beauftragt.

Laut Kraus stammt der unansehnliche Flachbau zwischen Lobkowitzerschloss und Parkdeck, der in der Bevölkerung despektierlich "Kobel" genannt wird, aus den Jahren 1971/72 und bietet 50 Büroarbeitplätze. Bei 75 Mitarbeitern seien einige Schreibtische zwei-, ja sogar dreifach belegt. Eine Sanierung würde 800 000 Euro kosten.

Sitzungssaal für Kreistag

Kraus verwies aber auf den zusätzlichen Raumbedarf. So könnten in einem Neubau 25 zusätzliche Büroarbeitsplätze untergebracht werden, dazu Besprechungs-, Sozial- und Abstellräume zum Beispiel für die Ausstattungen für Notunterkünfte der Asylbewerberunterkünfte. Ganz wichtig sei die barrierefreie Erschließung. Außerdem wäre noch Platz für einen Mehrzweckraum für den Kreistag. "Das ist eine Lösung für die nächsten Jahrzehnte." In der Summe könnte der etwas tiefer liegende Neubau 92 qualitätsvolle Büroarbeitsplätze beherbergen, fasste Kraus zusammen. Eine Anbindung an das Schloss sei möglich. Der Eingang würde nicht mehr von der Knorrstraße, sondern wie früher vom Hohlweg aus erfolgen.

Einen großen Vorteil sieht Kraus darin, dass der Standort der Kreisverwaltung im Herzen von Neustadt gestärkt werde. Eine Dreihäusigkeit durch einen schon einmal ins Auge gefassten Neubau hinter der Stadthalle würde vermieden. Und ganz wichtig: Im Neubau könnten die besucherintensiven Räume zentralisiert werden, so dass ein bürgerfreundlicher Verwaltungsbau entstehen würde.

Hans Bscherer wollte wissen, was das Ganze kostet. Ganz grob geschätzt 4,25 Millionen Euro, antwortete Kraus. Hinzu käme der Gebäudeabbruch, der noch einmal mit 100 000 Euro zu Buche schlagen werde. Der Eschenbacher konnte sich mit dem Vorhaben nicht anfreunden und brachte dafür eine Teilauslagerung der Verwaltung in den Landkreis-Westen zur Sprache.

"Der Kobel passt nicht"

Damit stand Bscherer allerdings allein auf weiter Flur. Landrat Meier hielt gar nichts von einer Trennung der Verwaltung und verwies auf die Chance, endlich die von den Bürgern bei allen Befragungen immer wieder geforderte Anlaufstelle für die Besucher des Landratsamtes zu schaffen. Aber auch vom Betriebsablauf und von der Organisation her sei eine Auslagerung wenig zielführend. Ebenso erteilte Josef Hierold (CSU) der Forderung Bscherers eine klare Absage. Günter Stich (SPD) hielt die Machbarkeitsstudie für interessant und eine gute Grundlage für weitere Diskussionen. Stellvertretende Landrätin Margit Kirzinger betonte die zentrale Lage der Kreisstadt. Außerdem erkannte sie die Chance, architektonisch etwas zu machen: "Der 'Kobel' passt nicht."

Gegen die Stimme Bscherers beschloss der Ausschuss eine Empfehlung an die Verwaltung, die Planungen für den Ersatzneubau am Hohlweg voranzutreiben. Kreisbaumeister Kraus kündigte ein Modell und Gespräche mit dem Landesamt für Denkmalschutz an, ebenso einen Architektenwettbewerb.
Weitere Beiträge zu den Themen: Februar 2015 (7876)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.