Endlich wieder Bayernliga

Nach 23 Jahren spielt wieder eine männliche A-Jugend aus dem Städtedreieck Schwandorf in der Handball-Bayernliga. Das Team um Trainer Christian Deml qualifizierte sich für Bayerns höchste Spielklasse.

Schwandorf. In zwei nervenaufreibenden Qualifikationsrunden gegen namhafte Gegner im Handballsport, gab die männliche A-Jugend der Spielgemeinschaft des HC Städtedreieck und des TSV Schwandorf keinen Punkt ab und geht in der kommenden Spielzeit in der Bayernliga gegen Vereine wie TSV Haunstetten, Post SV Nürnberg, SG Kempten/Kottern und SG Unterpfaffenhofen/Germering auf Punktejagd. Die Zugehörigkeit zur obersten Spielklasse ist im Jugendhandball jeweils auf ein Jahr begrenzt, die Mannschaften müssen sich im Frühjahr jedes Mal neu für die kommende Hallensaison qualifizieren.

In der ersten Qualifikationsrunde, die immer in Turnierform ausgespielt wird, setzten sich die ausschließlich aus Eigengewächsen bestehende JHG Städtedreieck/Schwandorf gegen die Jugendmannschaften von Bundesliga- und Bayernliga-Teams, wie HSC Bad Neustadt durch und wurde ungeschlagen Gruppenerster. Gegen vier weitere Gegner, die ebenfalls die erste Runde als Gruppenerster oder -zweiter überstanden hatten, ging es in der nächsten Runde. Diese fand am vergangenen Wochenende im fränkischen Roßtal statt. Der Spielmodus bestimmte, dass sich nur der Sieger dieses Qualifikationsturniers für die Bayernliga qualifiziert, der Tabellenzweite in eine dritte Bayernliga-Quali-Runde muss und alle weiteren sich in den Turnieren der Landesliga-Qualifikation wiederfinden.

Die JHG-Jungs starteten gegen die JSG Burlafingen/Neu-Ulm ins Turnier. Das unbekannte schwäbische Team war der richtige Aufbaugegner. Über die schnelle zweite Welle und Auslösehandlungen wie im Bilderbuch, stand bereits zur Halbzeit fest, dass man einen Gang runterschalten und die Kräfte für die weiteren Gegner sparen konnte. Am Ende stand ein ungefährdeter 27:13-Erfolg auf der Anzeigetafel.

Prestigeduell gewonnen

Das zweite Spiel war richtungsweisend. Die Jugend-Vertretung des Bayernligisten HC Sulzbach und der HG Amberg konnte das prestigeträchtige Duell lange offen halten. Die Abwehr der JHG musste Schwerstarbeit leisten, das schnelle Umschalten von Abwehr auf Angriff war der Schlüssel zum Erfolg. Die sehr körperbetont spielenden Amberg/Sulzbacher konnten am Ende den unbedingten Siegeswillen der JHG nicht stoppen. Am Ende hieß es 18:14 für die Schwandorfer.

Im dritten Spiel des Tages kreuzten sich die Wege mit dem Turnierausrichter TV Roßtal. Das Team um BHV-Auswahltrainer Ingo Gömmel wurde in der letzten Spielzeit Landesliga-Meister und war Favorit auf den Turniersieg. Speziell in diesem Spiel machte sich aber das Konditionstraining der letzten Wochen bezahlt. Nach einer ausgeglichenen Anfangsphase setzte sich die JHG kontinuierlich Tor um Tor ab, während die Franken dagegen von Minute zu Minute abbauten. Besonders Christoph Harrieder gebührt in diesem Spiel ein Sonderlob. Er war ein ständiger Unruheherd und avancierte mit seinen platzierten Würfen und seinem Tordrang zum Matchwinner. Beim Stand von 18:11 ließ man im Gefühl des sicheren Sieges die Zügel etwas schleifen und ermöglichte den Gastgebern noch Ergebniskosmetik zum Endstand von 21:18.

Beim letzten Spiel des Tages musste man noch gegen Wacker Burghausen antreten. Der konditionelle Vorsprung war auch hier zu sehen. Es stand zwar nach fünf Minuten noch unentschieden, doch dann drehten die Jungs von Trainer Christian Deml so richtig auf. Über den Pausenstand von 14:7 spielten sie sich förmlich in einen Rausch und bezwangen das oberbayerische Team klar mit 25:14.

Ungeschlagen, mit 8:0 Punkten, sowie dem bestem Angriff und der stabilsten Abwehr setzte sich Schwandorf in der Gruppe als Erster durch und kann nun für die Bayernliga-Saison 2015/16 planen.

Nach dem Spiel sprach Trainer Christian Deml der Mannschaft ein Gesamtlob aus: "Diese tolle Truppe hat Teamsport pur geboten. Sie hat es absolut verdient, in der Bayernliga zu spielen."
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