Endspurt in der Mosterei

Äpfel in Hülle und Fülle sind in den vergangenen sechs Wochen in der Mosterei in Haselbrunn angeliefert und vom Team um Leiterin Maria Ott zu Saft verarbeitet worden. Bild: gpa

Noch kommen die Gartenbesitzer aus der Region mit Kisten voller Äpfel auf den Hof, um ihn wenig später mit literweise Saft zu verlassen. Doch die Saison in der Mosterei geht zu Ende: Voraussichtlich am Samstag ist letzter Presstermin.

Zwei Wochen früher als üblich begann für Leiterin Maria Ott und ihre Mitarbeiter die Arbeit, wurde Obst angeliefert. Dabei gab es heuer Gegenden, wo sich die Äste unter der Last der Äpfel bogen und Gebiete mit ganz wenig Obst, wie auf dem Barbaraberg.

Und auch die Ausbeute war unterschiedlich. "Leider haben sich manche von den vielen Äpfeln an ihren Bäumen blenden lassen und konnten nicht warten, bis ihr Obst richtig reif war. Darunter hat natürlich die Qualität des Saftes gelitten", berichtet die Leiterin der Mosterei. Wer jedoch gewartet habe, bis seine Äpfel ausgereift waren, habe einen "bom- bastischen" Saft bekommen.

Im Schnitt habe ein Zentner Äpfel 35 bis 36 Liter Saft geliefert. "Wir hatten einen Kunden, der hat aus einem Zentner seiner Äpfel 36,5 Liter hervorragenden Saft mit nach Hause genommen", teilt Ott mit.

Sie begutachtet die angelieferten Äpfel genau. "Die Obstqualität ist absolut wichtig. Wenige überreife Äpfel können den ganzen Saft verderben", erläutert sie. "Je besser und ausgereifter das Obst, desto besser der Saft." Mit einem Refraktometer können in Sekundenschnelle aus einem Tropfen Saft dessen Öchsle-Grade sowie der Zucker- und der Alkoholgehalt gemessen werden. Zudem arbeitet die Mosterei schon lange nach HACCP-Richtlinien (systematischer Weg zur Sicherstellung der Lebensmittelsicherheit).

"Auf dem richtigen Weg"

Zukunftsorientiert war 2003 die Entscheidung, auf die bisher übliche Abfüllung in Mehrwegflaschen zu verzichten. Seitdem fließt der Saft in hygienische, sterile Vakuumverpackungen mit tropfsicherem Verschluss.

Die Behauptung eines anderen Mostereileiters, die verwendeten Saftbeutel enthielten Weichmacher, bezeichnet Maria Ott als Unsinn. Eine solche Aussage grenze an Rufmord. "Unser vom Frauenhofer-Institut geprüftes Material enthält nachweisbar keinerlei Inhaltsstoffe", betont sie. Wir sind auf dem richtigen Weg; wer nicht rechtzeitig mit der Flaschenabfüllung aufhört, hat verloren."

"Voll ausgelastet"

Das zeigt auch die wachsende Anzahl von Kunden, die aus der nördlichen Oberpfalz ebenso wie aus dem Großraum Weiden und aus Franken kommen. Alljährlich werden Neukunden registriert, die teilweise eine weite Anfahrt auf sich nehmen, um garantiert Saft aus eigenen Äpfeln zu erhalten. "Unsere Mosterei war in den vergangenen knapp sechs Wochen wieder voll ausgelastet; unsere Mannschaft hat eine super Arbeit geleistet", stellt die Leiterin der Anlage abschließend nicht ohne Stolz fest. "Die Maschinen sind ohne jede Panne gelaufen - und das Wichtigste, die Kundschaft war zufrieden."

Wer noch Äpfel pressen lassen will, soll sich unter Telefon 09645/1631 anmelden, damit Leerlauf und Wartezeiten vermieden werden können.
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