Energie vor der Haustür nutzen

Durch die dichte Bebauung im Kernortsbereich von Guteneck (braun markiert) wäre hier durch den gebündelten Bedarf und kurze Stränge eine Nahwärmeversorgung wirtschaftlich zu betreiben. Bild: haa

Energie gibt es vor der Haustür. Die Gemeinde möchte sie effektiv nutzen und peilt ein Nahwärmekonzept an. Architekt Gerhard Plöchinger zeigte bei einer Info-Veranstaltung entsprechende Wege auf.

Guteneck. (haa) Von der regionalen Wertschöpfung aus Energie kann die Bevölkerung profitieren. Zunächst ist die Benennung einer Arbeitsgruppe "Nachhaltige kommunale Energieversorgung" notwendig. Außerdem soll eine Bau- und Energiefibel erarbeitet werden. Wichtig sind Beratungsmöglichkeiten für private Hausbesitzer, denkbar wären auch Stromsparwettbewerbe. Mittelfristig angedacht sind die energetische Sanierung des Schützenheims und Programme in der Schule. Die zentrale Nahwärmeversorgung der Ortsmitte Guteneck ist langfristig geplant; ebenso der Bau einer Bürgerwindkraftanlage.

Unter Berücksichtigung der Faktoren Gebäudesanierung, Nutzungs- und Bebauungsdichte und Anschlussgrad wäre ein Nahwärmenetz im Kernortsbereich im Verlauf der Hofmarkstraße voraussichtlich wirtschaftlich zu betreiben, stellte Gerhard Plöchinger anhand seiner Datenerhebungen fest. Durch den dichten Gebäudebestand sind hier nur relativ kurze Leitungen erforderlich. Allerdings wurden diese Häuser überwiegend vor 1977 errichtet und sindschlecht isoliert. Der Energieverlust durch Wände, Dach und Fenster beträgt bis zu 50 Prozent. Durch geeignete energetische Sanierungsmaßnahmen kann der Gesamtenergiebedarf andererseits um bis zu 40 Prozent gesenkt werden.

Diplomingenieur Kurt Zügner stellte dann vier Varianten vor, wie eine Nahwärmeversorgungsanlage betrieben werden könnte. Dabei schieden die Versorgung mit Heizöl und Pellets aus Gründen der permanenten Preissteigerungen aus. Am günstigsten wäre eine Hackschnitzelanlage, die den Wärmebedarf zu 80 Prozent abdecken würde. Dies hätte zudem den Vorteil, dass die Wertschöpfung bei den heimischen Waldbauern bliebe. In Spitzenzeiten könnte ein Heizölkessel zugeschaltet werden. Die Baukosten für die Anlage würden etwa 750 000 Euro betragen. Für die Abwicklung der Maßnahme und den Geschäftsbetrieb müsste eine Betreibergesellschaft gegründet werden. Ins Gespräch kam auch noch die Angliederung einer Trocknungsanlage.

Bürgermeister Johann Wilhelm stellte fest, dass sehr viel getan wurde und freute sich, dass das Konzept nun fertig sei. Es werde sicher gelingen, die Nahwärmeversorgung im Zuge der Dorferneuerung zu realisieren.
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