Energiewende in Eschenfelden

Die Bodenplatte des neuen Heizwerks ist schon betoniert. Deshalb vollzogen (von links) Helmut Hummer (CTWe), die Vertreter von "C.A.R.M.E.N" und TFZ, Pfarrer Konrad Schornbaum, Landrat Richard Reisinger, Horst Linn sen.,Thomas Scheppler (Umweltbank), Bürgermeister Hans Durst, Helmut Wendler (Geschäftsführer der "Energie Eschenfelden GmbH") und 2. Bürgermeister Richard Leißner den Spatenstich daneben. Bild: rrd

Es dauert nicht mehr lang, dann rollt eine Welle von "Stilllegungen" durch Eschenfelden. 40 Heizungen im Alter von 15 bis 35 Jahren werden "kalt gemacht". Und niemand wird ihnen eine Träne nachweinen, verspricht die "Energie Eschenfelden GmbH".

Vor dreieinhalb Jahren dachte der Hirschbacher Gemeinderat zum ersten Mal über eine Nahwärmeversorgung in Eschenfelden nach. Jetzt geht das 1,7-Millionen-Projekt in Riesenschritten seiner Vollendung entgegen. Mit dem symbolischen ersten Spatenstich wäre es aber beinahe schwierig geworden: Die Grundplatte ist schon betoniert.

Bürgermeister Hans Durst ließ die "Geschichte" der Nahwärmeversorgung Eschenfelden Revue passieren. Nachdem sich bei einer Bürgerbefragung im August 2011 mehr als 40 Interessenten meldeten, fasste der Gemeinderat am 16. September 2011 einen Grundsatzbeschluss dafür.

Bürger sitzen mit am Tisch

Zugleich gründete sich eine Arbeitsgruppe mit Vertretern der Firma Linn High-Therm und des Consulting-Teams Wendler (CTWe), den Gemeinderäten Richard Leißner, Erich Pickelmann und Joachim Iwanek sowie aus der Bürgerschaft Thomas Trottmann, Hans Wedel und Helmut Iwanek.

Als sich herausstellte, dass eine reine Hackschnitzelheizung nicht wirtschaftlich arbeiten würde, schlug die Firma CTWe aus Henfenfeld vor, die Wärme mit einem Blockheizkraftwerk zu erzeugen. Bürgermeister Durst erwähnte den CTWe-Mitarbeiter Helmut Hummer, der in dieser Zeit "schon fast ein halber Eschenfeldner" geworden sei.

Mit Rat und einem Förderzuschuss wirkten das Technologie- und Förderzentrum (TFZ) sowie das Kompetenzzentrum für nachwachsende Rohstoffe "C.A.R.M.E.N." mit, beide in Straubing ansässig. Die Umweltbank habe sich - teilweise über KfW-Mittel - um die Finanzierung des Projektes gekümmert. Die Baukosten sind mit 1,7 Millionen Euro veranschlagt.

"Das Projekt, das in Eschenfelden entsteht, ist ein ideales Beispiel für gelungene Energiewende mit bestmöglicher Ausnutzung von Energieressourcen", drückte es Helmut Wendler aus. Er ist der Chef von CTWe und zugleich Geschäftsführer der "Energie Eschenfelden GmbH". Der Rohstoff Holz liefert über die daraus gemachten Pellets Strom und Wärme. Der Ausnutzungsgrad der im Holz enthaltenen Energie sei bestmöglich.

Strom und Wärme

Das demnächst in Betrieb gehende Blockheizkraftwerk liefert 180 kW Strom und 270 kW Wärmeenergie. Der Strom wird in das Netz des Bayernwerks eingespeist und nach den gesetzlichen Vorgaben vergütet. Die Wärme wird an 47 Haushalte verteilt. Dazu entsteht eine Netz von 2500 Metern Länge, das in drei Strängen den Ort durchzieht.

"Wichtig ist aber auch", erklärte Wendler, "dass etwa 40 Heizungen im Alter von 15 bis 35 Jahren stillgelegt werden." Die Anlage werde die Grenzwerte für Schallemissionen um 10 dB (A) unterschreiten. Der Kohlendioxid-Ausstoß sei auf 0,3g/m³ berechnet, während der Grenzwert bei 0,65g/m³ festgesetzt ist.

"Wärmegeführter Betrieb" bedeutet: Das Blockheizkraftwerk läuft nur, wenn tatsächlich Wärme angefordert wird. Doppelte Pufferspeicher garantierten für zusätzliche Sicherheit bei einer Störung. "Die Bürger von Eschenfelden erhalten eine moderne, zukunftsweisende Energielösung, auf die sie stolz sein können", schloss Wendler.
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