Entscheidung liegt bei Flachglas

Noch heuer fällt bei Flachglas die Entscheidung über eine Eigenstromerzeugung - Voraussetzung für einen kommunalen Nahwärmeverbund. Bild: Völkl

Viele Untersuchungen und Analysen sind in den Energienutzungsplan für die Kommune geflossen. Das Ergebnis lässt sich auf einen Nenner bringen: einen möglichen Nahwärmeverbund mit der Flachglas. Die Entscheidung liegt beim Unternehmen.

Wernberg-Köblitz. (cv) Die Kommune hatte das Institut für Energietechnik an der Ostbayerischen Technischen Hochschule mit dem Energienutzungsplan beauftragt. Thomas Gollwitzer und Klaus Uschald präsentierten ihre Ergebnisse dem Marktrat. Interessant, dass bei der Energiebilanz die Straßenbeleuchtung mehr und mehr Musterknabe wird. Seit 2010 ist der Verbrauch durch Umrüstungen um 40 Prozent zurückgegangen. Größter Energieverbraucher ist die Industrie. Der CO2-Ausstoß liegt über dem bayerischen Schnitt bei 46 000 Tonnen pro Jahr. Die beiden Windräder bei Deindorf werden die Belastung pro Jahr um stattliche 8000 Tonnen reduzieren. Im Ort gibt es 300 Solarthermieanlagen.

Mit Eigenstromerzeugung

Die Spezialisten kamen zum Kern: Sie untersuchten einen Energieverbund zwischen Industrie und kommunalen Einrichtungen. Die Datenerfassung konzentrierte sich auf die Flachglas und den Umgriff Schule. Fazit: Ein Nahversorgungsnetz mit Nutzung der Prozesswärme ist wirtschaftlich nicht darstellbar. Interessant wäre laut Gollwitzer hingegen eine Eigenstromerzeugung der Flachglas durch ein Blockheizkraftwerk und daraus resultierend ein kommunaler Nahwärmeverbund mit dem Umfeld Schule, Turnhalle. Die Nahwärmepreise würden sich daran orientieren, was die Flachglas verlangen und wer anschließe. Gollwitzers Investitionskostenschätzung für das Unternehmen lag zwischen 350 000 und 540 000 Euro.

Fazit der Experten: Energieverbrauch und Schadstoffausstoß sind von der Industrie geprägt und Energie-Verbundlösungen angesichts der weitläufigen, offenen Bebauung in der Gemeinde schwierig. Machbar wäre eine industrielle Eigenstromerzeugung mit kommunaler Abwärmenutzung. "Es macht Sinn, das weiterzuverfolgen", so der Tenor der Experten. Die Flachglas muss nun entscheiden, ob sie die Investition trägt und die Kommune, ob sie Interesse an einem Nahwärmeverbund hätte.

"Es ist nicht einfach, eine wirtschaftliche Alternative zu generieren", stellte Bürgermeister Georg Butz fest. Auch mit Blick auf die Versorgung der geplanten Mehrzweckhalle sollte das Gespräch mit der Flachglas gesucht werden, betonte Markträtin Marianne Schieder. "Gespräche laufen", so Bürgermeister Butz. Es gebe noch offene Fragen zur EEG-Gesetzgebung, doch die Entscheidung bei Flachglas "fällt noch in diesem Jahr." Thomas Gollwitzer wollte eines nicht verhehlen: Bei einem Verbund müssten die Leitungen wegen der Bahnlinie durch die Unterführung gelegt werden. Bürgermeister Butz will die detaillierte Präsentation in der nächsten Bürgerversammlung vorstellen und zeigen "dass wir an dem Thema dran sind".

Diesmal Öko-Strom

Ebenfalls um Energie drehte sich die Bündelausschreibung für die kommunale Strombeschaffung in Bayern. Sie brachte 2013 eine reine Energiekosteneinsparung von 40 Prozent. Nun wird die Ausschreibung für den Liefervertrag 2017 bis 2019 vorbereitet. Wernberg-Köblitz klinkt sich mit seinem Jahresbedarf von 1 550 000 kWh ein. Für die Vorbereitung durch die Kubus GmbH und den Gemeindetag sind 2425 Euro zu zahlen. Neu: Der Marktrat beschloss, Ökostrom zu beziehen.
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