Entscheidung vertagt

An der Engstelle in Riggau wird es wohl bald "Tempo 10" heißen. Über die künftige Tonnageregelung für den Weg nach Wollau wird der Stadtrat noch diskutieren müssen. Bild: bjp

7,5 Tonnen Fahrzeughöchstgewicht sind auf der Straße zwischen Riggau und der Winterleite erlaubt. Immer mehr landwirtschaftliche Geräte sind schwerer. Auf eine Neuregelung einigte sich der Bauausschuss dennoch nicht. Das soll der Stadtrat übernehmen.

Pressath. (bjp)"Wir müssen jedem Landwirt zugestehen, dass er seine Grundflächen auch mit größeren Fahrzeugen erreichen kann", hielt Norbert Höfer (CSU) gleich zu Beginn fest. Dieser Sicht schlossen sich die anderen Ausschussmitglieder und dritter Bürgermeister Wolfgang Graser als Sitzungsleiter an. Sie stimmten auch Bauamtsmitarbeiter Hans Zitzmann zu, der nahelegte, die Tonnage nicht bedingungslos freizugeben, um den "Maistransport-Tourismus" in die Schranken weisen zu können. Die CSU-Räte Martin Schmidt und Norbert Höfer empfahlen, die Gewichtsbeschränkungsschilder mit Zusatzschildern "Anlieger frei" oder "Landwirtschaftlicher Verkehr frei" zu versehen.

Demgegenüber stellte Zitzmann eine von seinem Kollegen Rudolf Fuchs vorgeschlagene Tonnagebeschränkung auf 18 bis 20 Tonnen zur Diskussion, die unter anderem Heizöl- und Mülltransportern sowie mittelgroßen Agrarfahrzeugen "freie Fahrt" sichere. Für schwerere Fahrzeuge könnten bei nachgewiesenem berechtigten Interesse Sondergenehmigungen ausgestellt werden. Der Nutzen bloßer Zusatzschilder sei zweifelhaft, weil die Rechtsprechung den "Anlieger"-Begriff sehr weit auslege. Vor allem die SPD-Mitglieder Stephan Dippl und Bernhard Stangl sowie Wolfgang Graser sahen hierin einen guten Kompromiss, während die CSU-Kollegen für ein Fahrtrecht der land- und forstwirtschaftlichen Anlieger ohne aufwendige Sondererlaubnisse plädierten.

Einen weiteren Aspekt brachten einige als Besucher erschienene Winterleitenstraßen-Anwohner ins Gespräch: Sie befürchteten zusätzliche Belästigungen und Schäden an ihrer Straße, wenn Teile des landwirtschaftlichen Schwerverkehrs durch eine Neuregelung zum Umweg über die Winterleite gezwungen würden. Letztlich kam der Ausschuss überein, die Streitfrage im Stadtrat nochmals auf breiterer Basis zu erörtern. Erwägen werde man dann auch, an der Riggauer Engstelle auf dem Weg nach Wollau Tempo 10 vorzuschreiben. Zuständigkeitshalber ins Plenum verwiesen wurde die ins Auge gefasste Sanierung der Winterleitenstraße zwischen Kapellenweg und Haus Nummer 28. Aus Sicht des Ausschusses, der die Straße in Augenschein genommen hatte, dürfte allerdings eine Kompletterneuerung der Fahrbahn samt Unterbau fällig werden.

Diese Aussicht stieß jedoch bei den Anwohnern auf Unwillen, die der Stadt vorwarfen, durch mangelnde Aufsicht und Pflege Schäden an Straße sowie Kanalisation heraufbeschworen zu haben. Hans Zitzmann wies dies zurück: "Diese Straße ist etwa 50 Jahre alt, eine Komplettsanierung dringend geboten." Für Bernhard Stangl wird es auch mit einer oberflächlichen Reparatur nicht getan sein: "Das artet nur in fortwährendes Flickwerk aus. Es ist besser, die Straße einmal gründlich in Ordnung zu bringen und dann auf längere Sicht Ruhe zu haben."

Vor einer solchen Maßnahme, so Stangl, werde die Stadt aber die betroffenen Bürger in einer Anwohnerversammlung informieren und anhören: "Und Sie können davon ausgehen, dass die Bauarbeiten noch nicht im kommenden Jahr beginnen werden." Noch keine Entscheidung fiel außerdem über Maßnahmen an den Eichen in der Wollauer Straße ab der Einmündung der Von-Erlbeck-Straße. Zwar beschädigten die Bäume den Gehweg, doch sei die Wollauer Straße eine Kreisstraße, so dass die Stadt Rücksprache mit dem Landratsamt nehmen müsse.
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