Enttäuschende Vorstellung

Markus Berwanger war am Freitagabend richtig angefressen. Zum "Sechs-Punkte-Spiel" hatte der Trainer der Blue Devils das Match gegen den EHC Klostersee erklärt, doch nach einer enttäuschenden Leistung standen die Weidener mit leeren Händen da.

Weiden. (gb) "Bei einem Sieg halten wir sie hinter uns. Wenn wir verlieren, schließen sie zu uns auf", hatte Markus Berwanger die Bedeutung der Partie gegen den EHC Klostersee im Vorfeld beschrieben. Letzteres war der Fall: Die Blue Devils zogen mit 2:4 (1:1, 0:0, 1:3) den Kürzeren und sind jetzt in der Tabelle mit den Grafingern punktgleich. Die nur 915 Zuschauer quittierten den Auftritt mit einem gellenden Pfeifkonzert.

Der Weidener Coach ging nach der Partie mit seinen Spieler hart ins Gericht. "In den vergangenen Wochen habe ich alle Spieler immer verteidigt. Nun muss ich die erfahrenen Spieler und die Ausländer in die Pflicht nehmen. Wer so viele Chancen liegen lässt, darf sich nicht wundern, wenn er verliert", erklärte Berwanger. Er habe es zwar in kürzester Zeit geschafft, dass die Abwehr sehr stabil steht. "Aber es ist verwunderlich, dass wir so wenig Tore schießen, trotz der guten Stürmer im Kader", so der Devils-Trainer weiter.

Die Blue Devils hatten im ersten Drittel Vorteile und Chancen. Pech hatte Jakub Wiecki mit einem Lattenschuss (13. Minute). Der Führungstreffer von Philipp Siller (15.) war ein Geschenk von Gästekeeper Martin Morczinietz, der die Scheibe durchrutschen ließ. Das 1:1 markierte Marvin Kablau (18.) nach einem Konter, als die Weidener Abwehr zu passiv agierte. Mit zunehmender Spieldauer wurde die Partie immer zerfahrener. Die Devils fanden kein Mittel, die Gästeabwehr zu knacken. "Klostersee hat mit einfachsten Mitteln verteidigt. Mehr haben sie nicht fürs Spiel getan", sagte Berwanger, der in der Pressekonferenz immer wieder die schwache Chancenverwertung beklagte: "Deshalb stand es nach dem zweiten Drittel 1:1 und nicht 4:1."

Den Schlussabschnitt begannen die Weidener in Überzahl. Sie leisteten sich aber einen Scheibenverlust im Aufbau, den Florian Engel zur Grafinger Führung nutzte (41.). Es folgten wütende, aber wenig durchdachte Angriffe der Blue Devils. Erst im nächsten Powerplay traf Jakub Wiecki von der blauen Linie zum 2:2 (51.). Mehr gelang in der Offensive an diesem Abend nicht mehr. Nach dem 2:3 durch Engel (58.) nahm Berwanger schon 1:33 Minuten vor Schluss Torwart Fabian Hönkhaus vom Eis. Schon neun Sekunden später machte der dreifache Torschütze Engel mit seinem "empty-net-goal alles klar. Gästecoach Andzejs Mitkevics lobte seine Mannschaft. "Die Jungs haben die Aufgabe, einfach zu spielen, sehr gut umgesetzt und sind zurecht mit drei Punkten belohnt worden."

Am Sonntag in Selb

Am Ende fand dann Berwanger doch noch etwas Positives. "Das Gute im Eishockey ist, dass man schon zwei Tage später die Chance hat, etwas gutzumachen. In Selb wird es aber alles andere als leicht." Am Sonntag um 18 Uhr treten die Blue Devils zum Derby bei den Selber Wölfen an, die am Freitag einen 8:1-Kantersieg beim EHV Schönheide feierten.
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