Er geht auf neuen Wegen voran

Monika Krieger (stehend, rechts), die Vorsitzende des Katholischen Frauenbunds Schlicht, stellte Diplomtheologin Birgitt Pfaller (links) vor, die sich in ihrem Vortrag mit Papst Franziskus auseinandersetzte. Bild: ct

Als Jorge Mario Bergoglio kam er aus Buenos Aires nach Rom. Sein einfacher Lebensstil beeindruckt und seine Aussagen stoßen Diskussionen an, wecken Hoffnungen.

"Wie Papst Franziskus sich die Kirche vorstellt"- dieses Thema lockte viele Zuhörer ins Pfarrheim. Die Kommission Glaube und Kirche des Katholischen Frauenbunds hatte auf Bezirksebene zum Vortrag der Diplomtheologin Birgit Pfaller aus Regensburg eingeladen.

Sie stellte den Lebenslauf von Papst Franziskus vor, der als Jorge Mario Bergoglio in Argentinien aufwuchs, den Jesuiten beitrat, Priester wurde und schließlich als Erzbischof von Buenos Aires die Kardinalswürde verliehen bekam.

Im Orden gefiel dem jungen Mann vor allem die Disziplin in der Lebensführung; als Erzbischof wandte er sich den armen Menschen in den Slums von Buenos Aires zu. Aus diesen Erfahrungen sei wohl der einfache Lebensstil des Papstes entstanden, der sich in der Wahl seiner Wohnung, in seiner Kleidung und seinem Verhalten zeige.

Wichtig sei dem Papst, eine Sprache zu verwenden, die von den Menschen verstanden werde. Darum auch seine Überzeugung: "Wenn man sich an die Sprache der anderen anpassen will, um sie mit dem Wort Gottes zu erreichen, muss man viel zuhören, das Leben der Leute teilen." In seiner Aufgabe, die katholische Kirche zu leiten, verstehe sich der Papst als Erster unter Gleichen. Er lege viel Wert auf die Gemeinschaft der Bischöfe und wolle Entscheidungen nach einem Austausch und Beratungen mit ihnen treffen.

Zu verkünden, dass Gott jeden Menschen liebe, sehe Papst Franziskus als wichtigstes Anliegen der Kirche. Jeder Christ sei aufgefordert, das Evangelium zu verbreiten - aber nicht wie jemand, der anderen eine Pflicht auferlegen, sondern mit ihnen eine Freude teilen will.

Oft werde in der öffentlichen Diskussion ausschließlich auf die Morallehre der Kirche abgehoben. Das erwecke den Eindruck, als wolle sie vor allem Vorschriften machen. Der Papst stelle dagegen die Menschen in den Mittelpunkt: Ihr Leben solle durch die Botschaft des Evangeliums mit Freude erfüllt werden.

Papst Franziskus habe seit seinem Amtszeit in der katholischen Kirche schon einiges verändert. Er mache Mut, neue Wege zu suchen und gehe auch voran. "Er wünscht sich eine offene Kirche. Sie muss für die Menschen da sein, nicht für sich selbst", fasste Birgit Pfaller zusammen.
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