"Er hatte einen Bart"

Er galt stets als der Lustige unter den Beatles, im Singen und Komponieren stellten die Kollegen ihn in den Schatten. Ringo Starr ist bis heute ein fleißiger Musiker geblieben. Seinem Motto bleibt er treu, auch mit 75.

Geburtstag darf man ruhig etwas größer begehen. Ringo Starr lädt die ganze Welt ein, am Dienstag (7. Juli) mit ihm zu feiern - im Zeichen von "Frieden und Liebe". Wie sich das eben für einen Ex-Beatle gehört. Er macht das allerdings nicht nur zum runden Geburtstag, sondern jedes Jahr. Um 12 Uhr mittags jeweiliger Ortszeit soll jedermann sich aufstellen, zwei Finger zum Friedenszeichen heben und "peace and love" sagen. Und das natürlich möglichst filmen und mit dem passenden Schlagwort - #peaceandlove - ins Netz stellen.

Der Musiker selbst wird an seinem Ehrentag, so steht es auf Facebook, in Los Angeles laut "Frieden und Liebe" sagen. Das ist sein Motto, ohne das gar nichts geht, nicht mal ein Bild von einem Apfelkuchen auf Twitter hochladen. Der Zusatz "Peace and Love" ist so unvermeidlich wie die Sonnenbrille auf der markanten Nase des Schlagzeugers, Sängers und Schauspielers, der sich stets als der Lustige der einst erfolgreichsten Band der Welt inszeniert hat.

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Ringo, eigentlich Richard Starkey, war 1962 als letzter der vier Beatles zur Band gestoßen, die damals schon recht berühmt war und wenig später weltberühmt. Ringo war in diesem April auch der letzte der "Fab Four", der es als Einzelkünstler in die "Rock and Roll Hall of Fame" schaffte.

Die Laudatio hielt Paul McCartney (73), der zweite noch lebende Beatle. Er beschrieb, wie sie Ringo kennenlernten, damals in Hamburg, als er noch bei Rory Storm and the Hurricanes war: "Wie ein professioneller Musiker" sei er gewesen, "er hatte einen Bart - das ist professionell." Als Ringo später für Pete Best am Schlagzeug einsprang, überzeugte er auch noch musikalisch. "Und das war der eigentliche Beginn der Beatles", sagte McCartney.

Auch von Ringos "harter Kindheit" im nordenglischen Liverpool berichtete der ehemalige Bandkollege. Der Vater interessierte sich nicht allzu sehr für Frau und Kind, zweimal war Ringo schwer krank und ging deswegen jahrelang nicht zur Schule. Seine Mutter liebte Musik. "Und so, irgendwann in dieser schwierigen Kindheit", sagte McCartney, "bekam Ringo eine Trommel."

Zu "Beatlemania"-Zeiten stand der Schlagzeuger, oft mit Schnauzer, meist im Anzug und immer mit Hundeblick, ein wenig im Schatten der Charismatiker Paul McCartney und John Lennon (1940-1980). Auch sein musikalischer Beitrag zum Schaffen der Band ist überschaubar, jedenfalls äußerlich - allerdings nannte Lennons Witwe Yoko Ono (82) ihn im "Rolling Stone" gerade erst den "einflussreichsten Beatle". Er schrieb "Don't Pass Me By" und "Octopus's Garden" und sang etwa "Yellow Submarine" und "With a Little Help From My Friends".

Mit bisher 18 Soloalben war Ringo seit der Beatles-Trennung 1970 ziemlich fleißig - mal mit größerem, mal mit weniger Erfolg, echte Hits wie die Single "It Don't Come Easy" (1971) gab es lange nicht. Nebenbei widmete er sich der Schauspielerei und erntete das ein oder andere Kritikerlob. Im Oktober wird er durch die USA touren, 22 Konzerte in 31 Tagen sind geplant - Starr gehört, wie auch McCartney, einer nimmermüden Generation an.

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Vermisst Bandkollegen

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Zuletzt brachte er im März das Album "Postcards from Paradise" heraus, der Titelsong besteht fast ausschließlich aus Beatles-Zitaten. Sehnsucht nach der guten alten Zeit? Er vermisse seine ehemaligen Bandkollegen, bekannte er bei der BBC, schließlich seien sie "Brüder" gewesen. Mit 75 dürfte es normal sein, dass sich viel um Rückblick und Erinnerung dreht. Erst recht, wenn man ein Leben wie Ringo Starr geführt hat. Das hat sogar schon eine eigene Ausstellung gefüllt, vor zwei Jahren im Grammy-Museum. Der Titel: "Ringo: Peace & Love".

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Weitere Informationen im Internet:

http://www.ringostarr.com/
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