Erfolgsgeschichte mit Fortsetzung

Um die Zukunft der Maschinenringe ist mir nicht bange. Der Strukturwandel und die Globalisierung verlangen aber nach einer noch intensiveren Zusammenarbeit.

Aus der bäuerlichen Selbsthilfeeinrichtung ist ein Dienstleister für den ländlichen Raum geworden. Der "Maschinenring Schwandorf e.V." feierte gestern auf Schloss Guteneck das 40-jährige Bestehen.

Guteneck. (rid) Beim Festakt nannte Vorsitzender Carl Graf zu Eltz die Gründe für die Erfolgsgeschichte. Bundesvorsitzender Leonhard Ost warf dagegen den Blick nach vorne und bereitete die Verantwortlichen auf neue Herausforderungen vor.

Hilfe zur Selbsthilfe

Der deutsche Agrarwissenschaftler und Journalist Dr. Erich Geiersberger gilt als der Vater der Maschinenringe und gründete 1958 die ersten Maschinenbanken. Von 1962 an entstanden auch in den ehemaligen Altlandkreisen die ersten Selbsthilfeeinrichtungen mit dem Ziel, ein flächendeckendes Netz zu spannen. "Möglich war die Entwicklung nur durch die staatliche Förderung" , betonte Graf von zu Eltz in seinem Rückblick. Grundlage des Landwirtschaftsfördergesetzes seien Eigeninitiative, Hilfe zur Selbsthilfe und Eigenverantwortung der Hofbesitzer gewesen . Es ging um die Senkung der Produktionskosten und die Möglichkeit, den Hof im Nebenerwerb zu betreiben. Der Strukturwandel sollte schonend von statten gehen und den Familien ihr Auskommen sichern, betonte der Vorsitzende.

1975 Fusion

Die kommunale Gebietsreform zwang die bestehenden Selbsthilfeeinrichtungen zur Fusion. Am 7. Januar 1975 wurde der "Maschinenring Schwandorf e.V." gegründet. Damals hatte der Verband 323 Mitglieder. Die Geschäftsstelle befand sich in Nittenau. Vorsitzender war Wolfgang Bauer aus Penting, Geschäftsführer Josef Meier aus Nittenau. Mit dem Umzug 1996 nach Schwandorf kam es auch zu personellen Veränderungen. Vorsitzender wurde Gerhard Dietl aus Fischerhof, Geschäftsführer Niels Häge. Seit 2001 ist Christian Weiß Geschäftsführer, seit 2002 Carl Graf zu Eltz Vorsitzender.

Siebenköpfiges Team

1975 betrug der Jahresumsatz 126 500 Mark, im vergangenen Jahr lag er bei 7,41 Millionen Euro. Mit derzeit 1491 Mitgliedern liegt Schwandorf im Schnitt der 72 Maschinenringe in Bayern. "Soziale und wirtschaftliche Betriebshilfe ist bis heute das oberste Ziel geblieben", versicherte der Vorsitzende. Erntearbeiten, Landschaftspflege und Betriebshilfe nannte er als die wichtigsten Aufgaben. Ein siebenköpfiges Team in der Geschäftsstelle koordiniert die Einsätze und rechnet sie ab. Carl Graf zu Eltz nannte die Ziele für die Zukunft: "Unterstützung der Mitgliedsbetriebe, Kosteneinsparung, Entlastung der Familienmitglieder und Bündeln der Mitgliederinteressen. "Um die Zukunft der Maschinenringe ist mir nicht bange", gab der Vorsitzende zu verstehen. Der Strukturwandel und die Globalisierung verlangten nach einer noch intensiveren Zusammenarbeit.

Digitalisierung nutzen

Bundesvorsitzender Leonhard Ost sieht auf die Einrichtungen zwei große Herausforderungen zukommen. Erstens müsse die Landwirtschaft neue Arbeitskräfte generieren. Früher habe kein Mangel an Personal geherrscht, heute schon. Eine weitere Aufgabe sei es, die Digitalisierung in den Griff zu bekommen und sie für den Maschineneinsatz zu nutzen. Der Vorsitzende ehrte die Gründungsmitglieder Georg Hottner (Schwandorf), Berta Seebauer (Trumling), Josef Meier (Nittenau), Konrad Obermeier (Schanderlhof) und Michael Meier (Schüsselhof).
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