Erinnerung an einen großen Schriftsteller

Insgesamt fünf Mal hat Gerd Geismann den Literaturnobelpreisträger Günter Grass getroffen, einmal war er sogar in dessen Berliner Wohnung, damals zusammen mit Walter Höllerer. Sehr angenehm, ein kritischer Zeitgeist, aber zutiefst menschlich: So charakterisiert Geismann den gestern verstorbenen 87-Jährigen.

Der Alt-Bürgermeister erinnert sich an das legendäre Essen, das Günter Grass im literarischen Amtsgericht serviert hat: einmal Pilzsuppe, einmal Fischsuppe. "Und das war nicht für einen kleinen elitären Kreis, da war das ganze Haus voll." Oskar Matzerath, der Ich-Erzähler der "Blechtrommel", ziert auch ein Hinweisschild an der A 6, das für Sulzbach-Rosenberg wirbt. Geismann fragte damals bei Grass an, ob er etwas dagegen habe. Der Literaturnobelpreisträger war einverstanden und schrieb nach Sulzbach-Rosenberg zurück: "Oskar weist immer den richtigen Weg." Der Koffer von Grass samt Typoskript von "Die Blechtrommel" ist im Literaturarchiv ausgestellt. Doch so manche Einrichtung lieh ihn sich in der Vergangenheit aus.

Das Stück reiste für eine Schau über Grass' bildnerisches Werk in die Casa di Goethe, ein Museum und Kulturzentrum in Rom. Außerdem war der Pariser Koffer, wie er genannt wird, schon bei einer Ausstellung im Günter-Grass-Haus in Lübeck zu sehen. (san)
Weitere Beiträge zu den Themen: April 2015 (8563)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.