Erlebbare Geschichte

Die Gewölbe des ehemaligen Kuhstalls werden nach Abschluss der Sanierungsarbeiten ein reizvoller Raum des Taubnschusteranwesens sein. Bild: rn

"Karlheinz Keck, der Pep Guardiola des Heimatvereins." Mit dem Bayern-Trainer verglich Kassier Josef Prunhuber den Heimatvereins-Vorsitzenden. Mit Hinweis auf die Veranstaltungen 2014 bescheinigte er bei der Mitgliederversammlung Keck besondere Verdienste.

Auf dem Programm standen Tätigkeitsberichte des Vorstands. Trotz einiger Mehrausgaben berichtete Prunhuber von einem soliden Kassenstand. Vom Häuserbuch - es dokumentiert 300 Jahre Eschenbacher Familiengeschichte - verfügt der Verein noch über zahlreiche Exemplare. Der Kassier bat um Werbung für das "Meisterwerk Albert Furtners": "Es bietet sich als Weihnachtsgeschenk an."

Kein trockenes Zahlenwerk war der Bericht des Vorsitzenden. Karlheinz Keck nahm die Vereinsmitglieder mit auf eine Bilderreise durch die vergangenen zwei Jahre. Den viermaligen Zoiglausschank wertete er als Pflege der Brau- und Wirtshaustradition, die dem Verein seit jeher am Herzen liegt. Er freue sich, dass an diesen Veranstaltungen "längst auch die jüngere Generation Geschmack gefunden hat". Als Novum nannte Keck das "neue Eschenbacher Kommunbier", das im Juni vorgestellt wurde. Knapp sechs Monate gab es Ausstellungen im Taubnschusterhaus. Er bedauerte, dass nur zwei Klassen der Grundschule den Weg zur viermonatigen Ausstellung "Spurensuche 1914/18. Die Heimat und der erste Weltkrieg" gefunden haben: "Die anderen Eschenbacher Schulen haben kein Interesse gezeigt." Das sei unverständlich, da das Thema auch für die jüngere Generation wichtig sei.

Inhaltliche Anmerkungen machte Keck zu den Ausstellungen von Dr. Dr. Josef Krieglstein und Dr. Josef Heindl. Abwechslungsreich nannte er das Musikprogramm 2014 und 2015 im Taubnschusterhof mit dem OTV-Volksmusiknachmittag, "Gangsternacht" mit "Al Capone and the Prohibition Band" und zwei "Jam-Sessions der Jazzabteilung". Unter Leitung von Martin Dilling habe die Oberpfälzer Szene vor einem begeisterten Publikum tolle Musik abgeliefert.

In der "Nacht der langen Tafel" mit Gourmetmenü, Tafelmusik, alten Schlagern und Wiener Liedern sah Keck ein Novum, das große Resonanz fand. Den Abschluss jedes Vereinsjahres bildet der Adventsmarkt. Neben den vielen Verkaufsständen von Kunsthandwerkern und gemeinnützigen Organisationen waren 2014 ein Karussell und Ponyreiten für Keck eine zusätzliche Attraktion.

Vor Jahren begann der Heimatverein Interviews mit älteren Mitbürgern zu führen. "Sie wurden nun zum Thema "Kriegsende vor 70 Jahren fortgesetzt", berichtete Keck. Er sprach auch die Führungen durch die Felsenkeller mit Willi Trummer und die zu Klassentreffen gerne gebuchten Stadtführungen mit Bernd Thurn an.

Hilfe erbat er sich zur Inventarisierung der Sammlungsbestände. Nach einer Rückschau auf den Band 36 der Schriftenreihe "Heimat Eschenbach" kündigte er die nächsten Ausgabe an. Dank sagte er der Vereinsarchivarin Gertraud Wiesner, die sich seit Jahren um das historische Schrift- und Bildgut kümmert. Bürgermeister Peter Lehr bescheinigte dem Heimatverein, dass er das gesellschaftliche und kulturelle Leben der Stadt bereichert und dazu beiträgt, Geschichte zu erfahren, zu bewahren und an nächste Generationen zu vermitteln. Sein Stellvertreter Karl Lorenz übergab eine Spende.

Stadtverbandsvorsitzender Dieter Kies bescheinigte dem Verein jahrzehntelange Tradition der Geselligkeits- und Traditionspflege und übergab als "Zeichen der Wertschätzung" ein Kuvert. Zu Beginn hatte die Versammlung ihrer neun Verstorbenen, darunter Rainer Mayer und Hermann Götz, gedacht.
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