Eröffnung der Ausstellung "Leben im Krieg"
Krieg: Not, Leid, Tod

Ausstellungsmacher Hubert Haas (Mitte) sowie (von links) 3. Bürgermeister Gerhard Schnabel, Pfarrer Gottfried Schubach, CSU- Landtagsabgeordneter Harald Schwartz und Bürgermeister Erwin Geitner begrüßten viele Besucher zur Eröffnung der Ausstellung "Leben im Krieg" in der Mehrzweckhalle der Grundschule. Bild: sön

Ein bemerkenswertes Zitat hatte Ortsheimatpfleger Hubert Haas zur Eröffnung der Ausstellung "Leben im Krieg" ausgegraben: "Gott und den Soldaten ehrt man in Zeiten der Not, und nur dann. Ist die Not vorüber, werden Gott und die Soldaten schnell vergessen."

Wo die Soldaten der Marktgemeinde Rieden im Ersten Weltkrieg fielen, wie sie starben, diesen Menschen ein Gesicht, eine Identität zu geben und sie wieder in Erinnerung zu bringen, das sei das Anliegen der Ausstellung, sagte Haas. Aber auch die Folgen des Krieges für die Einwohner der Gemeinde.

"Viel Zeit musste für die Vorbereitung geopfert werden, um die Ausstellung so präsentieren zu können", bescheinigte Bürgermeister Erwin Geitner dem Heimatvereinsvorsitzenden Haas und seinen Helfern. Der Erste Weltkrieg habe sich zu einem Krieg entwickelt, wie er bis zu diesem Zeitpunkt noch nie da gewesen war, blickte Geitner zurück: "40 Staaten waren in diesen Krieg verwickelt, etwa 70 Millionen Menschen standen weltweit unter Waffen und 17 Millionen Menschen mussten durch diesen Krieg ihr Leben lassen." Geitner bedauerte, "dass Krieg, Vertreibung und Grausamkeit immer noch an der Tagesordnung sind". An Hubert Haas überreichte er ein Spendenkuvert.

Durch die Ausstellung werde Geschichte anfassbar, betonte der CSU-Landtagsabgeordnete Harald Schwartz. "1914, nach 40 Jahren Frieden, konnte sich keiner vorstellen, was es heißt, in den Krieg zu ziehen. Die meisten waren wie auch der Kaiser überzeugt, dass er nach einigen Wochen vorbei sei." Pfarrer Gottfried Schubach erinnerte: "Wenn wir an Allerheiligen am Gefallenen-Ehrenmal stehen und die Vielzahl der Namen erblicken, werden wir gemahnt an das Leid, das der Krieg hervorbrachte, und wie kostbar und welch hohes Gut der Frieden ist."

Beeindruckend waren die vielen Exponate, die das "wahre Gesicht des Krieges" zeigten. Fotos erinnern an Kriegsteilnehmer und Gefallene aus Rieden. Ihre Schicksale sind anhand von Kriegs-Stammrollen aufgezeichnet. Ein Abschnitt befasst sich mit den Kriegsanleihen ("Gold gab ich für Eisen"), ein anderer mit den Liebesgaben der Daheimgebliebenen für die Soldaten an der Front, während die Bevölkerung durch Lebensmittelknappheit und Rationierung selbst Not litt. Hubert Haas betonte, "Leben im Krieg" sei eine Ausstellung, "durch die keinerlei revanchistisches Gedankengut erzeugt oder die Verherrlichung von Militarismus oder Krieg bezweckt werden soll".
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