Erst Kritik, dann Wiederwahl

Turbulent ging es in der Jahreshauptversammlung der Jagdgenossenschaft im Gasthof Tretter zu. Harte Kritik am Vorsitzenden, spannende Kampfabstimmungen und die Windradfrage in Glaubenwies standen im Mittelpunkt.

Nachdem das Wildschweinessen noch friedlich verlaufen war, meldete sich Landwirt Georg Kick zu Wort. Er kritisierte massiv die Arbeit von Jagdvorsteher Bernhard Irlbacher. Er treffe eigenwillige und einsame Entscheidungen, ohne mit dem Vorstand oder den Jagdgenossen zu sprechen. Dies gelte vor allem bei Wegebaumaßnahmen und dem Freischneiden von Wegen, das eine Firma stümperhaft und teuer erledige. "Als ich noch im Vorstand war, gab es regelmäßige Wegbegehungen."

Zudem vermisst Kick eine Stellungnahme zum geplanten Windrad in Glaubenwies. Der geplante Standort befinde sich im Jagdrevier "Wasserleitung". Der Jagdbogen wäre im Falle des Baus minderwertig.

Irlbacher bestätigt

Irlbacher ging auf die Vorwürfe nicht im Einzelnen ein. Es sei notwendig, auch mal schnelle Entscheidungen zu treffen, wehrte er sich. "Ich hänge nicht an diesem Posten, ich mache jedoch weiter, wenn ich gewählt werde."

Kritik kam auch von Maria Högler, deren ebenfalls anwesender Ehemann Johann bisher zweiter Vorsitzender war. Er ist seit einiger Zeit krank, aber der Vorsitzende habe nicht mit ihm über eine Wiederwahl oder einen Verzicht auf das Amt gesprochen. Irlbacher widersprach. "Sollte es aber zu einem Fehlverhalten meinerseits gekommen sein, entschuldige ich mich dafür."

Irlbacher sprach von einem ruhigem Jahr, nachdem im Jahr vorher intensiv Bäume und Hecken zurückgeschnitten worden waren. Vor allem in den Revieren "Wasserleitung" und "Achberg" machten Wildschweine Schwierigkeiten. Das sei aber dank der guten Zusammenarbeit zwischen Jagdpächtern und Landwirten gut zu bewältigen.

In diesem Jahr erstellt die Forstverwaltung wieder ein Verbissgutachten. Erst wenn dieses Ergebnis vorliegt, kann über den Abschussplan entschieden werden. Die 1242 Hektar Fläche der Jagdgenossenschaft verteilen sich auf 254 Besitzgemeinschaften. Die Jagdbögen sind das Revier "Wasserleitung" mit 260 Hektar, "Achberg" mit 267 Hektar, "Forst" mit 478 Hektar und "Feld" mit 250 Hektar. Vom Reiterhof Anzer erhält die Jagdgenossenschaft jährlich 300 Euro für den Wegeunterhalt.

Angst vor Windrad

Neben einer Wiesenwalze werde vor allem der Holzspalter oft ausgeliehen und bringe Einnahmen. Einstimmig sprachen sich die Jagdgenossen dafür aus, den Jagdpachtschilling für den Wegebau zurückzuhalten.

Für die Jagdpächter sprach Dr. Fritz Loew seinen Dank für die gute Zusammenarbeit aus. Seit eine geschlossene Schneedecke vorhanden sei, wurden auch vermehrt Wildschweine erlegt. Schäden richten die Schwarzkittel vor allem in den Wiesen an, weniger im Mais. Sollte das Windrad in seinem Revier gebaut werden. müsse über die Höhe der Jagdpacht neu verhandelt werden.

Johann Bauer aus Glaubenwies sprach sich dann nochmal gegen das dort geplante Windrad aus. "Die Jagd dort ist nichts mehr wert und kann zukünftig nicht mehr verpachtet werden", befürchtet er.

In diesem Zusammenhang sprach Irlbacher mit der geplanten Stromtrasse am Forst ein weiteres Problem an. "Das würde bedeuten, dass neben der derzeitigen Hochspannungsschneise eine weitere Schneise entsteht, bei der allein im Gemeindegebiet 30 bis 40 Hektar Wald abgeholzt werden müssten."
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