Erst mal zur Probe bohren

Mit der Trinkwasserversorgung hat sich der Freudenberger Gemeinderat bereits in den vergangenen Perioden befasst. Jetzt allerdings könnte sich das Blatt zu einem besseren wenden - sollte eine vom Rat beschlossene Versuchsbohrung zum Erfolg führen.

(sche) Udo Hartmann vom Ingenieurbüro Renner & Hartmann Consult stellte dem Gremium den Sachstand für die Wasserversorgung vor. Derzeit werden die Ortsteile aus drei eigenen Brunnen, den Stadtwerken Amberg und des Zweckverbandes Mimbacher Gruppe, versorgt. Brunnen I und II (beide Baujahr 1961) entsprechen laut Hartmann nicht mehr dem Stand der Technik und seien daher nicht mehr genehmigungsfähig.

Bei Brunnen III aus dem Jahr 2000 mit einer großen Ausbautiefe von 212 Metern und einem geringen Ertrag von etwa vier Liter pro Sekunde stelle sich die Frage nach der Wirtschaftlichkeit. Um auch künftig eine sichere Versorgung zu gewährleisten, sollten zwei Alternativen in Betracht gezogen werden. Sollte künftig das gesamte Wasser von den Stadtwerken bezogen werden, wären keine eigene Erschließungsanlage, keine Aufbereitung und kein wasserrechtliches Verfahren notwendig. Ausbau und Unterhalt des Versorgungsnetzes läge aber weiterhin bei der Gemeinde. Außerdem bestünde die Abhängigkeit vom Fremdversorger.

Beim Bau einer eigenen Erschließungsanlage zeichne die Kommune eigenverantwortlich. Udo Hartmann zeigte eine geologischen Karte, um die hydrogeologische Situation zu veranschaulichen. Drei mögliche Erschließungsstandorte für Brunnen kämen in Betracht: im Bereich Kreuzschlag, Fichtenlohe und Sandhölzer. Der Gemeinderat entschloss sich einstimmig für eine Versuchsbohrung im Bereich Sandhölzer.

Es bestünde dadurch keine konkurrierende Nutzung mit den Stadtwerken Amberg, ein Schutzgebiet sei möglich. Durch die Nähe zur Hauptleitung (50 Meter) fielen die geringen Kosten für einen erforderlichen Leitungsbau nicht ins Gewicht. Bürgermeister Alwin Märkl zeigte sich erfreut, dass die Grundstückseigentümer ihm äußerste Kooperationsbereitschaft bei der Versuchsbohrung und bei Bedarf auch bei Grundstücksangelegenheiten zugesichert haben. "Sollten wir hier fündig werden, wäre dies für die Gemeinde wie ein Sechser im Lotto." Die Kosten gab er mit insgesamt 355 000 Euro einschließlich der Versuchsbohrung an. Die beiden anderen möglichen Erschließungsstandorte würden mit dem Ausbau des notwendigen Versorgungsnetzes um das Mehrfache der Kosten erhöht. Mit dem Vorbereiten des Bohrplatzes werde im Oktober begonnen. Der Versuch werde in einer Tiefe bis zu maximal 100 Meter erfolgen. In einem Pumpversuch, der 100 Stunden dauert, würden die Ergebnisse ausgewertet, hieß es.
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