Erst Operation befreit vom Übeltäter

Die Patientin, die im Tirschenreuther Krankenhaus Hilfe suchte, konnte sich keinen Reim auf ihre Beschwerden machen. Dass sie irgendwann ein Zahnstocher-Teil verschluckt haben muss, überraschte sie ebenso wie die Ärzte. Dr. Mathias Kalkum beschrieb in seinem Beitrag von 2008 die Ursachenforschung. Eine Magenspiegelung deutete auf die Vernarbung von Gewebe hin, Ultraschall und Computer-Tomographie zeigten verändertes Gewebe in der Leber. Die Frage, ob ein Abszess oder ein Tumor die Frau quälte, war nicht eindeutig zu beantworten. Bei der klärenden Operation stieß der Chirurg zunächst auf das Hindernis, dass Magen und Leber miteinander verklebt waren. Als er die Haftstellen gelöst hatte, fand er den Abszess. "Als sich der Eiter entleert hatte, entdeckte ich den Grund für das Leiden. Ein Zahnstocher, mehr als vier Zentimeter lang, ragte aus der Leber der Patientin", wird der Operateur im "Stern" zitiert. "Die Frau musste das Holzspießchen verschluckt haben. Danach war es vermutlich über Wochen oder Monate durch die Magenwand bis in die Leber gewandert und hatte dort die Entzündung verursacht." Nach dem Eingriff verschwanden Fieber und Schüttelfrost bald wieder, die Patientin wurde als geheilt entlassen. (as)
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