Erster Schritt zum Fördertopf

Wernberg-Köblitz klinkt sich mit einem möglichen Kultur- und Theaternetzwerk im ehemaligen Jugendheim in den Projekt-Pool des Verbunds "Nördliches Naabtal" ein. Die Maßnahme ist eine von fünf, für die EU-Fördermittel beantragt werden. Bild: Völkl

Kultur- und Theaternetzwerk nennt sich das Projekt, das die Marktgemeinde im ehemaligen Jugendheim im Blick hätte - wohlgemerkt im Blick. Zunächst ging es in der Marktratssitzung darum, die Idee in einem Topf mit Vorschlägen der Nachbarkommunen zur EU-Förderung anzumelden. Der Topf ist gut gefüllt.

Wernberg-Köblitz. (cv) Die Kleinregion Nördliches Naabtal hat bekanntlich in einer fünfköpfigen Arbeitsgemeinschaft ein Paket geschnürt, um im Verbund an Efre-Gelder zu kommen. 5,6 bis 5,9 Millionen Euro könnte es aus dem Europäischen Fond für Regionale Entwicklung geben. Für die fünf Projekte werden gute Chancen gesehen, dass sie aufgrund ihrer Ausstrahlung auf die Region zum Zug kommen könnten. Ähnlich wie bei der Städtebauförderung müssen die Objekte aber erst einmal angemeldet werden.

Reine Schätzwerte

Relativ konkret ist schon das angepeilte Lehrlingswohnheim "Wohnlöwe" in einem Pfreimder Leerstand. Die Landgrafenstadt wirft noch ein "Kulturspital" in den Ring. Nabburg will aus dem ehemaligen Sparkassengebäude ein Gründerzentrum machen, Schwarzenfeld bewirbt sich als Sitz für einen Jugendkurator. Wernberg-Köblitz bzw. Trausnitz würde ein Kultur- und Theaternetzwerk im Bürgerhaus Wernberg (ehemaliges Jugendheim) oder im Umgriff der Burg Trausnitz vorschweben. Mittel dafür würden ab 2018 auf vier Förderjahre verteilt beantragt. Kosten: 1,2 Millionen Euro. Die tschechische Partnergemeinde Bor könnte sich ebenso eine verstärkte Nutzung zum Kulturaustausch vorstellen. "Die Kosten sind reine Schätzwerte", schickte Bürgermeister Georg Butz voraus. Doch das genüge erst mal, um das Projekt zur Förderung anzumelden. Für die einzelnen Maßnahmen sind zu gegebener Zeit eigene Förderanträge, Entwurfsplanung und Kostenberechnung einzureichen. Für die Abwicklung der örtlichen Maßnahme ist jeder Antragsteller selbst zuständig. Förderfähig sind die Bau- und Baunebenkosten, nicht die Betriebs- und Personalkosten. Um es vorweg zu nehmen: Der Wernberger Marktrat war mit der Meldung und Priorisierung - Wohnlöwe, Gründerzentrum, Jugendkurator, Theaterwerkstatt und Kulturspital - mehrheitlich (Gegenstimmen von Marianne Schieder und Alexander Werner) einverstanden.

Nicht für Mehrzweckhalle

Die Verwaltung kommt dem Wunsch Gerhard Bäumlers nach und regt beim Planer an, das Projektvolumen auf 1,5 Millionen Euro aufzustocken. 1,2 Millionen schienen dem FW-Marktrat zu gering bemessen. Bäumlers Anregung, statt dem Jugendheim die geplante Mehrzweckhalle zu benennen, konnte hingegen nicht entsprochen werden. Sie liegt außerhalb des Sanierungsgebietes und ist somit nicht förderfähig. Marianne Schieder interessierte die Kostenbeteiligung des Antragstellers. Laut Verwaltung geht man von 60 Prozent Förderung aus. 40 Prozent des Maßnahmenvolumens hat der Antragsteller zu übernehmen. - falls das Projekt zum Tragen kommt. Wer ist das? Antragsberechtigt sind laut Butz sowohl Kommunen als auch Privatpersonen, eine Stiftung oder eine Vereinsgemeinschaft, nicht jedoch die Kirche. Doch wie gesagt, es gehe erst einmal darum, mit einem Projekt in den Förderpool "Efre" zu kommen.

Post hat die Gemeinde laut Bürgermeister vom Bayerischen Verwaltungsgerichtshof bekommen. Der VGH zieht damit einen Schlussstrich unter einen jahrelangen Streit. Dreh- und Angelpunkt war eine 3,80 mal 2,80 Meter große Plakatwand, die in einem Grundstück direkt an der Nürnberger Straße aufgestellt werden soll. Die Gemeinde wollte dies verhindern und scheiterte nun endgültig. Im Umgriff der Werbetafel fehle es an schützenswerter Bausubstanz. Der Bereich erfülle nicht die Anforderungen, "die von der Rechtsprechung an den Ausschluss von Werbeanlagen in einem Mischgebiet gestellt werden", heißt es.
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